Elterngespräch Musskind

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catricee
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Elterngespräch Musskind

Beitrag von catricee » Dienstag 9. Dezember 2014, 14:19

Hallo zusammen,

Komme mir ein bisschen blöd vor, aber ich hatte so ein fall noch nie, dass ein Mond evtl zurückgestellt werden muss.
Das Elterngespräch steht nun ganz dringend an und ich will mich unbedingt richtig drauf vorbereiten und auf jede noch so kleine Frage eine gute Antwort haben.

Der Junge wurde am 12.9. 5 jahre alt und ist dann somit ein Musskind für das Schuljahr 2015/16. Er ist sehr intelligent, hat ben Riiiiiesen Wortschatz.
Aber es scheitert gewaltig an der sozial-emotionalen Komponente. Er kann sich nie gegen gleichaltrige oder auch jüngere wehren oder behaupten, braucht dazu immer ne Erzieherin. Ist auch in ergo, weil er ganz oft einfach im kreis läuft und alles um sich herum total vergisst, abschaltet um sich selbst irgendwie wiederzufinden.
Ist im kreis abwesend usw.

Wie geht so eine Zurückstellung denn vonstatten? Geht das über die Schulanmeldung, den Kinderarzt oder vom Kindergarten oder von den Eltern aus?
Was passiert dann mit diesem Kind? Bleibt es einfach ein Jahr länger im Kita oder muss es dann in eine Grundschulförderklasse? Wobei es nicht am Wissen oder der Umsetzung scheitert. Es würde ihm einfach nur ein Jahr Kind sein gut tun um emotional und sozial nochmal zu reifen. Er wird sonst in der schule Probleme bekommen.

Viele liebe grüsse, die völlig vverzweifelte, beschämte Catricee :c085: :c085:

Floriane
Beiträge: 12
Registriert: Dienstag 31. März 2015, 00:22

Re: Elterngespräch Musskind

Beitrag von Floriane » Freitag 3. April 2015, 15:21

hallo,

was sagen denn die Eltern dazu? Wollen sie ihr Kind schon in diesem Jahr in die Schule abgeben? Davon hängt nämlich auch viel ab.

Kees_Kopf
Schriftsteller
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Re: Elterngespräch Musskind

Beitrag von Kees_Kopf » Freitag 3. April 2015, 17:34

Zunächst folgendes: Es sei denn, dass ein therapeutischen Ansatz in euer Arbeit ist, wird ein zusätzliches Jahr warten bis zur Einschulung nach aller Wahrscheinlichkeit nichts bringen. In Gegenteil, die Erfahrungen die wir in der Beratung haben deuten darauf hin, dass die Kinder dann in der Schule massiv probleme bekommen, weil sie kognitiv chronisch unterfordert sind.

Obwohl es in der Erzieher- und Lehrerausbildung nicht gemacht wird muss man soziale udn emotionale Entwicklung von einander trennen. Die soziale Entwicklung ist gebunden an die kognitive Entwicklung. Sozialverhalten setzt voraus, dass man Handlungsabläufe erkennt und daraus schließt, was in einer Gruppe angebracht ist. Je nachdem was man erkennt und wie man das umsetzt wird Verhalten als "sozial" bezeichnet. Allerdings, und das ist manchmal schwer festzustellen, gibt es Kinder die sehr wohl erkennen was in einer Gruppe als "sozial erwünscht" gilt, allerdings nicht bereit sind sich danach zu verhalten. Eine Ursache hierfür kann sein, dass ein Kind das Verhalten in der Gruppe derart unpassend für ihm findet, dass er nicht bereit ist sich anzupassen.

Du berichtest ja auch, dass er mit gleichaltrigen und jüngeren wenig anfangen kann. Orientiert er sich eher nach älteren und Erwachsenen? Kann er sich mit den sehr wohl "vernünftig" verhalten?

Weiterhin schreibst Du, dass dieses Kind ein sehr großen Wortschatz hat. Wendet er den Wortschatz auch adäquat an und führt dies manchmal in der Gruppe zu Unverständnis bei den anderen Kinder?

Wenn er mit Erwachsenen zusammen ist, zeigt er dann Einsichten in Situationen die andere Kinder in seinem Alter nicht haben, bzw. erkennt er Zusammenhängen die andere Kinder in seinem Alter noch nicht erkennen?

Würde mich interessieren.

Kees
Je suis Charlie!

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