Fehlegbeurt Kollegin-wie damit umgehen?

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Judith
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Fehlegbeurt Kollegin-wie damit umgehen?

Beitrag von Judith » Samstag 7. Januar 2017, 20:53

Am Freitag haben wir erfahren, dass unsere schwangere Kollegin ihr Baby verloren hat und nun krank geschrieben ist. Ich bin traurig deshalb und auch wenn ich nun im Wochenende bin lässt mich dieser Gedanke noch nicht ganz los. Es tut mir so Leid für sie. Sie hat zwar bereits ein älteres Kind, aber ich habe mich auch darüber gefreut, dass es nun nochmal geklappt hat. Und jetzt hat es so ein Ende genommen. Ich weiß gar nicht wie ich damit ihr gegenüber umgehen soll. Soll ich ihr was schreiben? Wenn ja was? Wer hat schon mal sowas in der Kita gehabt bzw. im privaten Umfeld? Wir im Team wissen davon Bescheid die Eltern noch nicht. Als Gruppenleitung wäre es mein Job es ihnen mitzuteilen, aber wie? Ich möchte nicht, dass sie wieder kommt und die Eltern wissen nicht Bescheid und dann kommen Kommentare wie "das ist ja schön, dass du jetzt doch noch bis zum Mutterschutz arbeiten darfst" oder "dass ist ja schön, dass du die Gruppe besuchen kommst". Wie gehen Eltern mit so etwas um? Ich weiß es gibt kein richtig oder falsch in dem Ganzen, aber ich bin überfordert mit der Situation. Ich denke, meiner Kollegin geht es sehr schlecht damit. Wir haben privat nichts miteinander zu tun, aber beruflich und das seit fast 3 Jahren.

amaria
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Re: Fehlegbeurt Kollegin-wie damit umgehen?

Beitrag von amaria » Sonntag 8. Januar 2017, 10:01

Judith hat geschrieben: Als Gruppenleitung wäre es mein Job es ihnen mitzuteilen, aber wie? Ich möchte nicht, dass sie wieder kommt und die Eltern wissen nicht Bescheid und dann kommen Kommentare wie "das ist ja schön, dass du jetzt doch noch bis zum Mutterschutz arbeiten darfst" oder "dass ist ja schön, dass du die Gruppe besuchen kommst".
Hallo Judith,

es ist zwar verständlich, dass du daran denkst, was die Eltern zur Kollegin sagen könnten, aber ungeachtet deiner Motive darfst du nichts über den Gesundheitszustand der Kollegin und über die Fehlgeburt an die Eltern weitergeben. Wo bliebe das Recht auf Privatsphäre, wenn derartige Informationen weitergegeben werden? Die Leiterin wird wissen, dass auch sie nichts ohne das ausdrückliche Einverständnis der Mitarbeiterin weitergeben darf und wenn deine Kollegin nicht von sich aus darum bittet, könnt ihr sie vorher fragen, ob sie möchte, dass die Eltern informiert werden. - Es ist denkbar, dass sie mit einer Vorabinformation gar nicht einverstanden ist.

Generell sollten Erzieher darüber nachdenken, dass es Vorteile hat, wenn krankheitsbedingte oder persönliche Gründe für Fehlzeiten grundsätzlich nicht an die Eltern weitergegeben werden. Wenn nie eine Diagnosen den Eltern mitgeteilt wird, bohren Eltern nicht mehr so penetrant nach, wenn zum Beispiel eine Fachkraft wegen einer psychischen Erkrankung fehlt.


Freundliche Grüße

amaria
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Lenina
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Re: Fehlegbeurt Kollegin-wie damit umgehen?

Beitrag von Lenina » Sonntag 8. Januar 2017, 12:18

Deshalb hatte ich mit der Info an die Eltern trotz dem Drängen meiner Leitung bis nach dem 3. Monat gewartet (auch wenn das keine Garantie ist, dass danach alles gut läuft).

Ihc glaube, viel tun kannst du erstmal nicht.

Zurückhaltung wäre das, was ich mir von einer guten kollegin wünschen würde. Kein Drängen, bewusst oder unbewusst, wann man denn "nun endlich" wiederkommt, keine Fragen, wie es mir geht.
vielleicht Hilfsangebote wie mal einkaufen fahren oder Dinge in der Einrihtung klären.

Und wenn sie dann wiederkommt, würde ich mir gesprächsbereitschaft wünschen, aber keine direkte Ansprache. Wenn sie also etwas erzählen will, zuhören, wenn nicht, Normalität.

Ich würde ihr eine kleine SMS schicken, dass es mir sehr leid tut für sie und dass ich da wäre, wenn sie sprechen möchte. Ihr anbieten, das Kontaktrohr auch evtl. zur Leitung zu sein.

Die Eltern brauchen erstmal nix zu erfahren, solange deine Kollegin sich das nicht wünscht. Für sie hat sich noch nichts geändert. Keiner weiß genau, wann deine Kollegin wiederkommt und die Eltern rechnen erstmal nichts damit.

Anders sieht es aus mit einer möglichen Elternzeitvertreutng: Gibts die schon? Wann soll die anfangen? Würde sie sich auch mit einer Krankheitsvertretung auf unbestimmte Zeit zufrieden geben?
Wie kann ansonsten die Kitaroutine geischert werden?
Sowas gilt es zu klären.
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

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