Ich brauche euren Rat! (Mobbing / Kündigung / Brief an die Eltern)

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Konfuzius
Beiträge: 2
Registriert: Samstag 12. September 2020, 13:44

Ich brauche euren Rat! (Mobbing / Kündigung / Brief an die Eltern)

Beitrag von Konfuzius »

Hallo Community,


Vorgeschichte:
aaaaalso, ich arbeite (als Mann) in einer Kita seit ca. 2 Jahren. Im ersten Jahr war alles gut und schön. Als ich dann eine neue Kollegin bekam, ging es los. Sie betreute zuvor die Vorschulkinder und kam dann nach "unten" zu den Krippenkindern, für die ich seit Beginn eingeteilt war.
Wir sind eine kleine Kita, 30 Kinder, 6 Arbeiter (darunter 2 Azubis).
Es begann nach ca. einem Monat Zusammenarbeit mit der neuen Kollegin und zwar mit einem überraschenden Gespräch mit der Leitung, ihr und mir.
"Ich würde ja meine Arbeit nicht gut machen" hieß es und dann folgten Beschuldigungen, die ich mir wie in Schockstarre angehört habe. Die Leitung war auch nicht neutral, sondern scheinbar zuvor schon "gut bearbeitet" worden. Also feuerten da 2 Kollegen gegen mich, ohne im Vorfeld mal unter vier Augen mit mir geredet zu haben. Dann ist mir noch der Satz der Leitung "Ich hätte sie (die Kollegin) zum weinen gebracht, so schlimm ist es."
Ich bin, wenn ich arbeite, mit den Kindern immer auf Augenhöhe, was dafür sorgt, dass mich die Kinder sehr ins Herz geschlossen haben und das erweckt den Anschein bei den anderen Kollegen, dass ich "Guter Erzieher - Böser Erzieher" spiele.
Wenn wir z.B. im Garten sind und die anderen Kollegen nur am Rand sitzen, bin ich der einzige, der mit den Kindern tobt, Burgen und Tunnel im Sandkasten baut und immer eine ganze Scharr Kinder um sich hat. Ich persönlich finde das gut und richtig, da ich so ja auch die Aktivitäten anleite, Bindung aufbaue, das Gruppengefühl stärke und im Gegensatz zu den anderen Erziehern die Kinder durch Bitten versuche zu motivieren anstatt durch Einschüchterung(schreien).
Bei den anderen Erziehern hören die Kinder zwar schneller, aber ich empfinde es als nicht tragbar die Kinder durch Einschüchterung zu konditionieren. Da braucht es bei mir zwar länger, aber ist Meiner Meinung nach "gesünder".

Also habe ich nach dem Gespräch nochmal mit der Kollegin unter vier Augen geredet und dann war auch wieder gut.
Nach 1-2 Wochen fing es aber wieder an. Sie kritisierte jeden meiner Arbeitsschritte. Blökte mich in einer respektlosen Art und Weise vor den Kindern an und redete auch nicht mehr mit mir. Ich denke mir ja immer leben und leben lassen. Die anderen sollen so arbeiten wie sie es für richtig halten und ich nehme mir auch eben diese Freiheit. Aber mit dem Denken stehe ich wohl alleine da.

Dann stieg auch die Leitung mit in den Chanon ein und redete nicht mehr mit mir. Wenn ich was sagte oder vorschlug blieb es in der Luft hängen und keiner reagierte. Das hat mich immer mehr verunsichert... Wenn mich die Kollegin zurechtweist, fällt mir auch keine Abwehr ein, ich sage dann immer nur ok, weil ich nicht weiß wie man mit so einem Verhalten umgehen soll und vor den Kindern blöke ich nicht dispektierlich zurück.
Es wurde dann mehr und mehr so, dass die anderen morgens umarmt wurden, nur ich wurde ignoriert. Das ist dann so ein Gefühl als würde man mehr und mehr ausgeschlossen werden.
Zum Glück hatte ich aber die Kinder und ich komme ja zur Arbeit der Kinder wegen und nicht wegen den Kollegen.

Als es nicht besser wurde, habe ich die Chefs darüber informiert und es wurde ein Gespräch mit den Chefs und der Leitung initiiert.
Dieses Gespräch war eine reine Farce. Ich würde ja immer so kompliziert sprechen und mit Fachbegriffen um mich werfen. Das fänden die anderen auch eigenartig, ich solle doch bitte normal reden, wie die anderen auch. Ich würde Arbeit nicht sehen, wäre nicht umsichtig genug. Wenn ich Spätschicht habe ist die Küche nie sauber (was übrigens die Aufgabe der Frühschicht ist - das fiel aber auch den Chefs auf). Und ich sei irgendwie so anders, ob ich Drogen nehmen würde. (lol) Und sie würde sich ja freuen, abends was mit ihrem Kind zu machen. (ich etwa nicht?!)

Danach war gar nichts geklärt, jetzt hatte ich quasi 2 Kollegen und eine Auszubildende gegen mich. Meine Kollegin und ich ignorierten uns komplett, bis auf schnippische Kommentare der anderen bezüglich meiner Arbeit. Ich wurde nicht informiert was die Woche ansteht und war immer der uninformierte Depp, der nachfragen musste. Dann hieß es "hast du denn nicht zugehört?!" - aber mit mir wurde ja nicht gesprochen. Nur eine Kollegin bezog für mich Stellung. Sie meinte "wenn man Fehler finden will, findet man auch welche."

Dann kamen letztes Jahr einige Schicksalsschläge. Erst starb mein Opa und 1,5 Monate später mein Vater.
Als ich während der Arbeit den Anruf bekam, dass mein Papa gestorben ist, hat die wohlwollende Kollegin gesagt, dass ich doch bitte nach Hause gehen soll. Die Leitung meinte nur "na toll, dann ist er ja morgen wieder nicht da!"

Nur von der netten Kollegin erfolgte Anteilnahme. Die anderen haben nichts weiter dazu gesagt.
Ich bekam einen freien Tag wegen des Todesfalls und war in der Woche darauf etwas neben der Spur, sodass ich mich 3 mal um 10 Minuten verspätete. Dann wurde so getan, als käme ich immer zu spät und man hat mir den Stempel aufgedrückt. Wenn andere zu spät waren, war das immer okay. Das merkt man dann über die Zeit, denn mit mir persönlich wird ja nicht geredet.

Dann, eines Tages wurde die Leitung in die Parallelkita "versetzt", in der auch ihre Tochter betreut wird. Wir teilen uns mit denen den Garten und gehören eigentlich, also auf dem Papier, zusammen.

Dennoch hielt das Verhalten von meiner Kollegin an und in mir wuchs langsam der Groll, sodass ich gesundheitliche Probleme bekam.
Wenn ich mich krankmeldete, kam von keinem Gute Besserung und das tut insofern weh, dass wenn andere sich krankmelden, kommen von allen Besserungswünsche.

Privat helfe ich meiner Mutter bei der Pflege meiner Schwester, habe ein 3 jähriges Mädchen und eine 15-jährige Stieftochter, mit der ich mich sehr gut verstehe. Die Chefs wissen also von meiner private Belastung, dennoch war ich der Auserwählte, der zum "Medien-Beauftragten" auserkoren wurde.

Da die anderen aber immer noch bei mir im Team waren, ging das ganze weiter wie gehabt. Bis dann ca 1 Jahr rum war in dieser Atmosphäre.
Immer mehr gaben mir mit der Zeit den Stempel, wahrscheinlich weil sie hinter meinem Rücken lästern um sich die Langeweile zu vertreiben, dem folgte, dass die anderen bevor sie mit mir geredet haben, sich bei den Chefs beschwert haben.

Jetzt könnte man meinen, vielleicht ist da ja was dran. Vielleicht arbeite ich wirklich nicht gut. Das begann ich auch mit der Zeit zu denken, also reflektierte ich mich über unser Konzept und konnte aber nichts finden was ich nicht einhalten oder fördern würde. Im Gegenteil - mir fiel auf, dass die anderen durch ihre Schreckens-Doktrin einige Punkte nicht erfüllten. Naja, wie gesagt, leben und leben lassen.

Kasus Knacktus:
Als ich mich dann habe krankschreiben lassen und diese Krankschreibung verlängert wurde. Ich war eine Woche krank und habe am Samstag bescheid gesagt, dass ich am Montag nochmal zum Arzt gehen werde. Dann brachte mir die Chefin am Sonntag die Kündigung vorbei. In der nächsten Woche stand ich schon nicht mehr im Dienstplan und wurde ersetzt. (passend einen Monat vor dem Weihnachtsgeld)

So... nun sitze ich hier und bin so wütend und fassungslos über die Art und Weise des Ganzen, dass ich euren Rat brauche.

Da mich die Kinder und die Elten sehr gemocht haben, möchte ich die Eltern wissen lassen was los ist. Was darf ich Ihnen sagen, bzw nicht sagen?
Ich würde ihnen gerne mitteilen, dass ich während der Krankheit grundlos und ordentlich gekündigt worden bin. Nicht dass es heißt, dass ich gekündigt habe.
Der einzige gute Punkt daran ist, dass ich die Idioten dort los bin. Dennoch kommt ab und an die Wut darüber wie das Ganze abgelaufen ist. Die Chefs haben meines Wissens nach eine Fürsorgepflicht und dass sie jetzt dem Gemobbten kündigen statt der Mobberin, lässt mich an Menschen zweifeln. Und sowas im sozialen Bereich!

Wie soll ich mich von den Kindern verabschieden? Habt ihr einen Rat für mich wie ich mich jetzt verhalten soll? Da es ein Kleinbetrieb ist, ist das mit dem kündigungsschutz so ne Sache...

Danke im vorraus!

LG
Konfuzius

Engelglück
Leseratte
Beiträge: 343
Registriert: Sonntag 16. Dezember 2018, 23:04

Re: Ich brauche euren Rat! (Mobbing / Kündigung / Brief an die Eltern)

Beitrag von Engelglück »

Hallo,
ich bin tief getroffen und finde mich in Ansätzen bei deiner Geschichte wieder. Nur ich habe gekündigt und nicht dieser "Saftladen".
Ob Du mit den Eltern darüber sprechen darfst,weiß ich nicht genau,da Du Dich ja verpflichtet hast,Stillschweigen über den Betrieb und den Ablauf zu wahren. Dieses gilt auch noch,nach dem Verlassen des Betriebes.
Ich würde aber auf eine Verabschiedung der Kinder bestehen,denn sie können nun überhaupt nichts dafür.
Mich hatte die ganze Situation auch krank gemacht,aber ich bin froh,das es hinter mir liegt.
Schaue nach vorne,es werden Erzieher ohne Ende gesucht,da benötigst Du diese Einrichtung nicht.
LG Engelglück

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