Probleme an der neuen Arbeit

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LouLou
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Probleme an der neuen Arbeit

Beitrag von LouLou » Sonntag 4. Oktober 2015, 12:58

Erstmal ein Hallo an alle,

Seit dem 1. August bin ich staatlich geprüfte und anerkannte Erzieherin, habe mein Anerkennungsjahr in einer Kita gemacht und sofort einen Job bei einer anderen Kita bekommen. Ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut, ist ja logisch. Mein erster Eindruck von der "neuen" Einrichtung war auch sehr positiv...am Anfang.

Ich kam an meinem ersten Tag dort an, natürlich aufgeregt, bemüht einen guten Eindruck zu machen. Und voll motiviert :daumen:

Nach kaum 10 Minuten wurde mir eröffnet, dass ich ein "Eingewöhnungskind" bekomme - an meinem ersten Tag! Ich kannte selbst die Abläufe und Regeln nicht, war im Prinzip selbst noch nicht eingewöhnt. Noch in meiner ersten Woche bekam ich auch prompt mein Zweites Eingewöhnungskind (beide 2 Jahre alt). Es tut mir Leid, dass ich mir eingestehen muss, dass ich überfordert war...

Ich bin jetzt seit 6 Wochen dabei, und fühle mich wie ein kompletter Versager und Außenseiter. Das hat mehrere Gründe:

- Ich habe als Einzige kein Fach, keinen Schlüssel zur Kita und auch keinen Schlüssel für das Büro, welches in der Regel immer abgeschlossen ist
- Termine, die vor meiner Einstellung abgesprochen wurden und die für die ganze Kita gelten werden mir nicht mitgeteilt
- Das Gruppenbuch ist ebenfalls eingeschlossen, aber ich habe auch für diesen Schrank keinen Schlüssel
- Ich arbeite von 8.00 bis 13.00 Uhr, Sachen die vor- oder nach meiner Schicht besprochen werden, werden mir ebenfalls nicht mitgeteilt
- Die Erzieher unterhalten sich nicht untereinander. Klar, man soll nicht auf einem Haufen stehen und quatschen, aber es fallen keine persönlichen Gespräche - NIE!

- alles was ich mache und gelernt habe ist FALSCH... hebe ich ein Kind hoch, weil es weint (es hatte sich wehgetan und ist mit dem Kopf und dem Rücken zuerst beimRutschen gelandet) ist es FALSCh...man dürfe das Kind nicht hochheben, dann würde es noch mehr weinen. WEil es sich dann "wichtig" fühlt.

- setzte ich mich in der Gruppe zu den Kindern und spiele mit ihnen oder unterhalte mich micht mit ihnen bin ich zu quirlig und aktiv, das würde Unruhe in die Gruppe bringen. :klatsch:

- das Verhältnis der Mitarbeiter zu den Eltern ist - gar nicht vorhanden. Es wird nicht miteinander gesprochen, nur das Nötigste. Das kannte ich bisher gar nicht, in den Kitas in denen ich vorher war, war das Verhältnis zu den Eltern sehr gut. Man sprach miteinander, man wusste bei den Meisten was so "los" war.
Ich gab den Eltern meiner Eingewöhnungskinder Feedback, und das so gut wie täglich. Das wurde mir ebenfalls angekreidet. Ich würde zu viel mit den Eltern sprechen. Außer diesen Feedback-Gesprächen habe ich mich ansonsten nur bei den anderen Eltern vorgestellt (Hallo, ich bin die neue Erzieherin blabla)...


ich war jetzt 2 Wochen krank geschrieben, da ich einen Unfall hatte. Und in dieser Zeit habe ich gemerkt, dass ich total unsicher und auch wirklich unglücklich dort bin. ICh denke, ich werde mich nebenbei nach einer neuen Stelle umschauen. Gleichzeitig bin ich unsicher:

BIN ICH EINFACH NUR ZU EMPFINDLICH?

Das macht mir wirklich zu schaffen...ich zweifel an meinem Können und an meinem Instinkt...

Was sagt ihr dazu und wie würdet ihr euch verhalten?

amaria
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Re: Probleme an der neuen Arbeit

Beitrag von amaria » Sonntag 4. Oktober 2015, 13:24

Hallo LouLou

Hast du schon mal über eine Kündigung nachgedacht? Es gibt genug Stellen, wo du auch als Teilzeitkraft ins Team einbezogen wirst.
Einer Neuen, die die Probezeit noch nicht bestanden hat, "Bezugskinder" zu geben, ist heute nicht unüblich, aber vieles von dem, was du sonst geschildert hast, könnte besser sein.
Wurdest du als Neue bislang noch gar nicht gefragt, wie du dich zurecht findest und welche Fragen du selbst noch hast? Wie verhält sich die Kindergartenleiterin dir gegenüber? Wie haben Kolleginnen die Krankmeldung aufgenommen?

Alles Gute!

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer

LouLou
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Re: Probleme an der neuen Arbeit

Beitrag von LouLou » Sonntag 4. Oktober 2015, 13:46

hi amaria

ja, über eine Kündigung habe ich schon nachgedacht...Aber erst hätte ich halt wieder was anderes.

Klar, sie haben gefragt ob ich mich schon eingefunden habe. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich offen mit meinen KOllegen reden könnte. Einiges habe ich hier auch noch nicht geschildet, wollte nicht gleich einen ganzen Roman schreiben :c090:

Vor meiner Krankschreibung die WOche habe ich dann mein Unwohlsein angesprochen. Sie meinten, sie wären mit meiner Arbeit insgesamt zufrieden, außer dass ich zu quirlig und akiv wäre und halt mit den Eltern zu viel sprechen würde. Aber meinem Gefühl nach sind sie überhaupt nicht zufrieden. Es ist schwer zu beschreiben.

Meine Krankmeldung haben sie normal aufgenommen, wir sind auch zu dritt in der Gruppe, von daher geht das.

Vielen Dank für deine schnelle Antwort. Es tut gut, mit jemanden mal darüber zu "sprechen". :daumen:

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Re: Probleme an der neuen Arbeit

Beitrag von Lenina » Montag 5. Oktober 2015, 10:06

Du machst das, was ich mir alsmutter und kollegin wünschen würde:
Beziehungsarbeit zu den elterm (gespräche! Ich rede wenn zeut ist auch mal 10minmit den eltern über deren familienurlaub oder was auch immer. Das würde ich mir umgekehrt auch wünschen)
Beziehungsarbeit zu den kindern: gemeinsa es spiel zum kennenlernen! Erst beziehung dann erziehung!
Trösten und hochnehmen sind elementare dinge in unserer arbeit (letzterds wenns der rücken erlaubt) ja, xas kind ist wichtig in demmoment. Es hat sich weh getan.sein schmerz ist wichtig.
Ohje:ich nehme kinder sogar zum quatsch machen hoch ;-)

Verszch deine position zu finden, aber zöger nicht so langbis du deune haltung verlierst.
Klappt sdas nicht, geh.
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

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Re: Probleme an der neuen Arbeit

Beitrag von hallihallo » Dienstag 6. Oktober 2015, 07:07

Als Mutter schliess ich mich lenina an (sonst kann ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, weil ich gerade erst begonnen habe mit der Ausbildung ).
Verbiege dich nicht um den Kollegen zu gefallen. Die Bedürfnisse der Kinder stehen zuerst da. Und quirlig zu sein bedeutet ja nicht, das es negativ ist. Ich finde eine bunte Mischung an Erziehern toll (hat meine Tochter auch.....von sehr ruhig bis quirlig. ...und alle sprechen miteinander).

Jessy87
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Re: Probleme an der neuen Arbeit

Beitrag von Jessy87 » Sonntag 26. November 2017, 12:44

Hallöchen!
Was hast du denn jetzt gemacht?
Also das du gleich Eingewöhnungen bekommst ist normal. Das ist mir auch passiert.
Aber bei den anderen Dingen hätte ich sofort etwas gesagt. Denn das geht ja gar nicht. Schlüssel ist ja sehr wichtig.
Bei den Infos hätte ich die Kollegen genervt und immer wieder nachgefragt. Wenn sie dich nicht informieren woher sollst du es denn dann wissen außer durch nachfragen.
Das musste ich allerdings auch machen als ich angefangen hatte. Meine Kollegin war so in ihrem Trott, dass ich sie immer wieder erinnern musste, dass ich ein Neuling bin. Dann hat es aber gepasst. Da muss man schon den Mut haben den Mund aufzumachen.
Wenn man dann nur noch den Ausweg der Kündigung hat, dann aber auch bitte mit einer ehrlichen Begründung. Auch beim Träger. Die Info sollten dann schon alle bekommen. Im besten Fall ändert sich etwas.

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