Mithilfe erbeten! Erzieherin u. Mutter im selben Team?

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Miloi
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Mithilfe erbeten! Erzieherin u. Mutter im selben Team?

Beitrag von Miloi » Mittwoch 9. November 2011, 14:19

:winke: Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich bin Erzieherin und setze mich im Rahmen einer Weiterbildung mit dem Thema "Erzieherin und Mutter" in einer Einrichtung auseinander. Mich interessiert hierbei besonders, wie sich Teamarbeit unter diesem Aspekt gestaltet und auch, welche Vorteil es hat das eigene Kind im selben Kindergarten zu betreuen, aber auch, welche Schwierigkeiten sich daraus ergeben können.
Hierzu bin ich am Entwicklen eines Fragebogens, welchen ich gerne von "betroffenen" Erzieherinnen, Kolleginnen und Leitungen bearbeiten lassen würde. Darum wäre ich froh, wenn ich an dieser Stelle einige Personen finden könnte, die Lust haben mir ihre Erfahrungen zu diesem Thema mitzuteilen und mir ggf. ihre Emailadresse mitteilen, damit ich den Fragebogen zusenden kann.
Herzlichen Dank im Voraus all jenen, die sich dazu bereit erklären!

KnubbelDubbel
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Re: Mithilfe erbeten! Erzieherin u. Mutter im selben Team?

Beitrag von KnubbelDubbel » Mittwoch 16. November 2011, 19:33

Hallo,
ich bin Erzieherin (angehende) in einer KiTa und mein Kind geht auch dort hin - allerdings in einer anderen Gruppe. Zur Eingewöhnungszeit letztes Jahr habe ich dort noch nicht gearbeitet. Nachdem er einige Monate dort war und auch morgens nicht mehr geweint hat, sind innerhalb eines Monats von 3 Native Speakern 2 gegangen. Ich habe dann einfach mal gefragt, ob sie noch Hilfe bräuchten, und prompt 2 Wochen später meinen unbefristeten Vertrag als Native Speaker unterschrieben (habe 5 Jahre in den USA gelebt und dort auch im KiGa gearbeitet). Daher hat alles super gepasst.

Für alle war es anfangs etwas fremd. Die Erzieher aus der Gruppe meines Sohnes hatten etwas Probleme mich "aufzunehmen", auf einmal zu duzen und als Kollegin zu sehen. Wenn alle Gruppen draußen waren, hat mein Sohn anfangs ständig zugerufen bekommen "Du wirst abgeholt", bis sie gemerkt haben, ich bin immer da und arbeite jetzt auch da. Für meinen Sohn und mich war es eigentlich sehr einfach. Ich habe ihm schon vor Arbeitsbeginn gesagt, dass ich zu der Arbeitszeit (6Std, genau so wie er im KiGa ist, wir kommen gemeinsam an und gehen danach nach Haus) nicht nur auf ihn schauen kann, sondern auch die anderen Kinder zu beobachten habe. Auch habe ich direkt die Regeln gesetzt, dass - wenn etwas ist, er zu seiner Erzieherin gehen soll, und nicht zu mir. Ich bin in dem Moment nicht als Mami für ihn zuständig, sondern wie für alle anderen Kinder die Erzieherinnen der einzelnen Gruppen. Das klappt auch sehr gut, und es wird von meinen Kollegen auch als sehr tolle Lösung meinerseits empfunden (wurde mir schon oft gesagt).

Eine andere Kollegin hat ihr Kind auch bei uns im KiGa, und da klappt es mal gar nicht so gut. confused Ganz im Gegenteil, muss ich sagen, da die Situation zwischen den beiden nicht so geregelt ist, wie bei meinem Sohn und mir. Das Kind steht da immer im Vordergrund und wird auch bevorzugt beobachtet. Dies hat schon viele Augendreher unter den Kollegen verursacht und wir hoffen, dass es sich ich irgendwann ändert...

Bei Fragen kannst du dich gerne an mich wenden :kappe:

mary poppins
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Re: Mithilfe erbeten! Erzieherin u. Mutter im selben Team?

Beitrag von mary poppins » Freitag 9. Dezember 2011, 20:02

Miloi hat geschrieben::winke: Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich bin Erzieherin und setze mich im Rahmen einer Weiterbildung mit dem Thema "Erzieherin und Mutter" in einer Einrichtung auseinander. Mich interessiert hierbei besonders, wie sich Teamarbeit unter diesem Aspekt gestaltet und auch, welche Vorteil es hat das eigene Kind im selben Kindergarten zu betreuen, aber auch, welche Schwierigkeiten sich daraus ergeben können.
Hierzu bin ich am Entwicklen eines Fragebogens, welchen ich gerne von "betroffenen" Erzieherinnen, Kolleginnen und Leitungen bearbeiten lassen würde. Darum wäre ich froh, wenn ich an dieser Stelle einige Personen finden könnte, die Lust haben mir ihre Erfahrungen zu diesem Thema mitzuteilen und mir ggf. ihre Emailadresse mitteilen, damit ich den Fragebogen zusenden kann.
Herzlichen Dank im Voraus all jenen, die sich dazu bereit erklären!
Ich habe den Fall, dass meine Kollegin aus der Nachbargruppe gegenüber gleichzeitig Mutter eines Kindes in meiner Gruppe ist und ich mache nur negative Erfahrungen damit:
-Man geht davon aus, dass das Kind automatisch Sonderregelungen erfährt, beispielsweise wenn es um unentschuldigte Tage/Verrechnung des Essensgeldes geht,
-es wird sich grundsätzlich nicht an die Regeln gehalten, die jeden Elternteil im Kindergarten betrifft
-das Kind hört nicht, es ist schwer, eine Verbindung zu dem Kind aufzubauen, da sich die Mutter immer einmischt
-Teamarbeit ist ebenfalls schwierig, da keine Absprachen ihrerseits stattfinden, man wird ständig vor vollendete Tatsachen gestellt und es wird kollegiales Verständnis erwartet
-Die Mutter selbst ist ständig hin und hergerissen, zwischen Loyalität dem Kindergarten gegenüber und ihren Wünschen als Mutter
Für mich gestaltet sich das alles sehr schwierig und ist anstrengend. Ich wäre froh, wenn ich das Kind in einer anderen Gruppe wüßte.

fink
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Re: Mithilfe erbeten! Erzieherin u. Mutter im selben Team?

Beitrag von fink » Sonntag 18. Dezember 2011, 16:51

Hab jetzt nicht alle Antworten durchgelesen, wir haben damit gute erfahrungen. Das kind der Kollegin wird behandelt wie jedes andre Kind auch. Wir sprechen miteinander wenn was ist, aber die Mutterist auch total entspannt und kann das toll sehen wenn wir "was mit ihrem Kind"haben mischt sich also nicht ein. Wir haben einfach von Anfang an sehr offen miteinander gesprochen. Da ist auch große bereitschaft von der Mutter gefragt. Schaden tuts jedenfalls nicht meiner Erfahrung nach.

Rising sun
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Re: Mithilfe erbeten! Erzieherin u. Mutter im selben Team?

Beitrag von Rising sun » Sonntag 15. Januar 2012, 12:06

Ich war am Anfang meiner Erzieherinnenzeit mit meinem Sohn in der selben Einrichtung (aber in getrennten Gruppen) Zu Beginn wollte er immer als Besuchskind in meine Gruppe gehen. Ich habe aber mit seiner Erzieherin zuvor abgespochen, dass wir das in der Eingewöhnungsphase nicht machen. Habe meinem Sohn erklärt, dass andere Kinder auch nicht ihre Mama während der Kindergartenzeit besuchen können. Wenn wir uns alle im Garten getroffen haben, hing er zu Beginn sehr an mir. Ich habe aber immer wieder versucht, ihn zu motivieren, dass er mit seinen Freunden spielen soll. Das war ein harter Kampf, aber er hat durch meine Konsequenz ziemlich schnell gespürt, dass es keinen Sinn hatte, es immer und immer wieder zu versuchen. Mir selbst hat das natürlich sehr weh getan, aber ich habe mir immer wieder gesagt, dass es zu Wohle meines Kindes ist. Die Zeit gestaltete sich dann problemlos. Einzige Situation, die für meinen Sohn schwierig war, war wenn er gesehen hat, dass ich mit anderen Kindern kuschle, sie in den Arm nehme usw. Da war er ziemlich eifersüchtig. Zu Hause haben wir oft darüber gesprochen und ich habe ihm erklärt, dass er da keine Sorge haben bräuchte. Reden, Erklären, Absprachen, Konsequenz...das ist nach meiner Erfahrung sehr wichtig. Auch im Team muss einiges zuvor genau abgeklärt sein, so dass es für alle Seiten klar ist. Wenn du meine E-Mail Adresse brauchst, kannst du mir gerne eine PN schreiben.
:-) Liebe Grüße, Sabrina

Nara
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Re: Mithilfe erbeten! Erzieherin u. Mutter im selben Team?

Beitrag von Nara » Dienstag 24. Januar 2012, 22:40

eine kollegin von mir, die auch die erzieherinnenausbildung macht, war als kind in der kindergartengruppe ihrer mutter. sie sage für sie war es damals schrecklich. sie wollte ihre mutter nicht dauernd mit anderen kindern teilen und hat sehr häufig geweint. in einem kindergarten (praktikum) hatte ich ebenso einen fall, das kind ist häufig auf dem schoß der mutter gesessen, hat ständig gummibärchen von ihr gekriegt und das kind wurde einzig und allein von der mutter zurecht gewiesen, wenn es irgendetwas angestellt hatte... sie hatte sozusagen einen unausgesprochenen "anspruch" darauf.. sowas ist auch für die anderen kinder schwierig.
keine mutter schafft es auch nur ansatzweise, ihr eigenes kind in der gruppe wie alle anderen zu behandeln.

Frida
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Re: Mithilfe erbeten! Erzieherin u. Mutter im selben Team?

Beitrag von Frida » Sonntag 9. September 2012, 20:10

Ich habe mich ein bißchen in das Forum eingelesen. Der Beitrag ist zwar schon älter, aber ich hoffe, das macht nichts.
Ich hatte bis zum Frühjahr nie eines meiner Kinder (habe 4 :kuschel: :kuschel: ) mit in der Einrichtung. Bedingt durch einen Umzug hatte ich meinen Jüngsten vom Frühjahr 2012 bis zum Schulanfang letzte Woche mit bei mir.
Wir wechselten zusammen die Kita :wink:
Ich habe das als sehr anstrengend empfunden. Bevorzugung oder ähnliches spielte dabei keine Rolle, aber daß wir nie Abstand zueinander hatten, hat mich viel Kraft gekostet.

Ich denke, da gibt es kein Richtig oder Falsch, sondern es ist abhängig von Mutter und Kind.

amaria
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Re: Mithilfe erbeten! Erzieherin u. Mutter im selben Team?

Beitrag von amaria » Montag 10. September 2012, 09:00

Hallo!

Von mehreren Kindergartenleiterinnen weiß ich, dass sie nicht mehr möchten, dass eine Mutter ihr eigenes Kind in der Gruppe hat, aber auch gegenüber dem Aufenthalt kleinerer Kinder in einer fremden Gruppe bestehen von ihrer Seite aus Bedenken, die daher rühren, dass sie gar keine oder zu wenig positive Erfahrungen damit gemacht haben, wenn Mütter ihr eigenes Kind in der Einrichtung hatten.

amaria
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Ueddi39
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Re: Mithilfe erbeten! Erzieherin u. Mutter im selben Team?

Beitrag von Ueddi39 » Donnerstag 20. September 2012, 15:44

Hallo,
ich hatte meine Tochter in´meiner eigenen Gruppe. Jetzt ist sie 18 und hat keine "bleibenden Schäden". Ebenso habe ich immer noch einen netten Kontakt zu meinen Kolleginnen die auch damals meine Kolleginnen waren. Ich glaube das die Situation ausschliesslich den Erwachsenen Probleme macht - nie den Kindern, auchnicht denen der übrigen Gruppe! Ist es nicht das natürlichste der Welt wenn ein Kind in der Nähe seiner Mutter ist?! Meine Kollegen haben mich darin immer bestätigt und auch Eltern hattten damit kein Problem. Es gab sogar Eltern, die erst Wochen später erfahren haben, daß meine Tochter ein Mädchen aus der Gruppe ist. Die Frage ob man das eigene Kind nun übervorteilt oder besonders streng ist etc. kann ich ein zu eins auch an die Haltung fremder Kinder gegenüber weitergeben. Fakt ist: das eigene Kind IST das eigene Kind. Eine Gleichstellung mit anderen ist immer aufgesetzt! Dennoch ist es doch völlig natürlich eine Mutter-Kind-Beziehung vorzuleben. Sowohl anderen Kindern wie auch Erwachsenen gegenüber. Wie wenig authentisch ist es das eigene Kind in die Nachbargruppe zu bringen um dann zu anderen Kindern zu gehen? Für Kinder ist doch Familie und Bindung zur Mutter was völlig normales!! Vorrausgesetzt, die Mutter/Kollegin WILL das auch- sonst geht es nicht. Man braucht dazu das Wohlwollen der Kollegen - ohne Neid und Missgunst!! Auch muß man Offen sein für Hinweise wenn man mal "betriebsblind" ist. Aber auch diese Situationen habe ich schon oft mit fremden Kindern erlebt. Anders sehe ich das im Hinblick auf Schule und Lehrer.Im Kigaalter sind für mich sämtliche Gegenargumente sachlich haltlos - da geht es um andere Dinge: Neid, Missgunst, schlechtes Gewissen, Egoismus etc. Die Kinder gehen völlig selbstverständlich damit um - wenn sie von den Erwachsenen den Raum dazu bekommen! Gruß Ueddi39
,,Prüfe um was du dich bemühst - du könntest es kriegen"

homie1982
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Re: Mithilfe erbeten! Erzieherin u. Mutter im selben Team?

Beitrag von homie1982 » Mittwoch 28. November 2012, 09:39

Hallo ihr lieben,

mich beschäftigt momentan auch dieses Thema. Ich habe die Möglichkeit als Aushilfe anzufangen, jedoch ist meine Tochter auch dort im Kindergarten. Wir wären allerdings nicht in derselben Gruppe und es spielt sich auch nicht im selben Bereich ab. Unter einem Dach wären wir aber :) . D.h. die 3 jährigen werden vorne betreut und die unter 3 jährigen (wo ich hin könnte) sind hinten, etwas abseits, damit der Tumult nicht so groß ist.

Ich möchte meine Tochter gerne darauf vorbereiten, was ich super gerne mit Büchern mache. Habt ihr denn ein tolles Buch gehabt, das schön verdeutlichen konnte, was es bedeutet, wenn Mama auch im Kindergarten ist?

LG

Lenina
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Re: Mithilfe erbeten! Erzieherin u. Mutter im selben Team?

Beitrag von Lenina » Donnerstag 12. Mai 2016, 22:36

Ich frage mich jetzt gerade dies auch.
Ich bin im zweiten jahr meiner Elternzeit und das Geld wird schon jetzt recht knapp.
Aber vor dem zweiten Geburtstag möchte ich noch nicht arbeiten gehen. Die VOrstellung, exakt das Gleiche mit fremden Kindern zu machen, was ich sonst mit meinem Sohn machen könnte, bringt meinen Kopf zum rauchen.
Das fühlt sich (zumindest im Moment noch) völlig falsch an.

Auch das dritte Jahr würde ich gerne mit ihm verbringen - werde aber wohl arbeiten müssen.
Nun frage ich mich, ob es nicht möglich wäre, in einer Kita gemeinsam zu sein. Es geht mit nicht um die Kindergartenzeit - da darf er gerne selbst vor sich hin wurschteln :-)

Bei meinem jetztigen Arbeitgeber wird das von Vornerein ausgeschlossen. ich müsste also für ihn und mich eine neue Einrichtung finden.

Er ist ein sehr offener, kontaktfreudiger und ausgeglichener Junge. Er sucht den Kontakt zu Kindern und Erwachsenen, beim Eltern-Kind-Turnen halte ich mich viel im Hintergrund, so dass er auch viel mit der Leiterin dort agiert.
Das finde ich echt toll!

Hat jemand von euch Erfahrungen im U3-Bereich mit dem Thema?
Und vielleicht Tipps, auf was man achtne muss, gerade auch, wenn ich die Arbeit deswegen wechsel?
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

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