Arbeiten als Springer!

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Ingeborg
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Arbeiten als Springer!

Beitrag von Ingeborg » Sonntag 5. Februar 2012, 18:02

Ist hier Jemand, der als " Springer" in einer Einrichtung tätig ist?
Irgendwie bin ich nun in diese Situaltin geraten und bin damit nicht sehr glücklich. " Vertragtechnisch" habe ich die Stelle eine Kinderpflegerin, die im Mutterschutz ist und FEST in einer der
Gruppen tätig war. Da mir das Konzept und die Kollegen schon seit Jahren vertraut und ansprechend erschienen und ich mir vorstellen komme, mich dort wohl zu fühlen, war es mir egal, " nur" als päd. Assistentin angestellt ( und bezahlt) zu sein. Mein Tätigkeitsbereich sollte die Gruppe der Leiterin sein, damit diese mehr Zeit für ihre Büroarbeiten und den beforstehenden Kitaumbau hätte. Mit deren Zweitkraft in der Gruppe verstehe ich mich " blind" und wir arbeiten " Hand in Hand" .
Nun bin ich schon seit Anfang November dort tätig, und kann die Tage an den beiden Fingern abzählen, an denen ich in genau DIESER Gruppe war.
Es sind genau 8 !!! Tage!!!
Ich pendle nun zwischen 3 Gruppen hin und her. 3 Gruppen, sind 75 Kinder, 6 " Frau" Personal,6x Erziehungsstil, 3x Gruppenregeln, 3x Spielmaterial, 3x Rahmenthema, 3x Elternschaft, 3x anderer Tagesablauf, 1x warm- Mittagessenbetreuung, 1x kalt- Mittagsbetreuung.... etc.
In den wenigen Wochen, in denen zufällig niemand krank war, musste ich immer Mittwochs in einer Gruppe aushelfen und dessen Notwendigkeit ich bis zum heutigen Tag nicht sehe.
Mein Problem ist nun, dass ich ALLE Kolleginnen sehr gerne mag und auch die Kinder aus allen Gruppen " springen" mich an und mögen ich sehr gern. Irgendwie fühle ich mich nur für alle verantwortlich und doch nirgendwo " zu Hause"! Ich könnte losheulen, wenn ich bedenke, dass ich am Mittwoch schon wieder in eine andere Gruppe wechseln soll- und das für mind. 4 Wochen. Dabei haben wir in meine " Ursprungsgruppe" ein so schönes Thema begonnen, in das ich mich selbst schon so integriert habe. Das alles raubt mir so viel Energie- und meine ganze Freude am Beruf ist dadurch schon sehr getrübt.
Vielleicht hat jemand von euch schon ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir einen Rat geben, wie ich damit besser umgehen kann.

Ganz ehrlich: hätte ich dies vorher gewusst, hätte ich die Stelle NICHT angenommen.

LG Inge

amaria
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Re: Arbeiten als Springer!

Beitrag von amaria » Sonntag 5. Februar 2012, 20:30

Hallo Inge,

ich habe einige Jahre sehr gern in einem Vertretungspool gearbeitet und auch zwischenzeitlich mehrmonatige Vertretungen von erkrankten oder wegen der Kindererziehung nicht mehr im Beruf arbeitenden Kolleginnen übernommen und habe dies sehr genossen.

Meine Eindruck ist, dass man das Springerdasein entweder wirklich mag oder eben doch lieber in einer vertrauten Gruppe in einem möglichst festen Team arbeitet. Vielleicht gewöhnst du dich noch daran. Bei mir haben die Kinder schnell gemerkt, dass ich auch Ideen aus anderen Einrichtungen mitgebracht habe. Habe ich kurz hintereinander in einer mehrgruppigen Einrichtung in mehreren Gruppen ausgeholfen, haben die Kinder mich schneller als dazugehörig angesehen und auch weniger ausgetestet. Ich habe immer wieder gestaunt, wie "ehrlich" Kinder gucken können, wenn sie auf die Frage nach den in einer Einrichtung herrschenden Regeln eine falsche Antwort gaben. - Mit etwas Vorerfahrung findet man schnell heraus, welche Kinder gern austrixen möchten und wenn man sich darauf einstellt, ist das Springerdasein eigentlich auch gar nicht stressig. Innige Kontakte hat man auch als Springerin zu den Kindern, zumal gerade diejenigen Kinder gern zur Springkraft kommen, die mit dem Alltag des Kindergartens nicht so recht einverstanden sind.

Was ich oft erlebt habe und was mir sehr zu denken gegeben hat: Wenn ich als Springerin mir mal einen Moment Zeit genommen habe, um ins Außengelände zu gehen, um die dort unter Aufsicht spielenden Kinder kennenzulernen, schraken immer wieder Kinder zusammen und hatten die Befürchtung, sie müssten wieder in den Gruppenraum zurück. "Ich bin noch gar nicht lange draußen" als Antwort signalisierte mir, dass die Kinder es kaum kennen, dass draußen mal ein Erwachsener Zeit für sie hat. - Aufgrund dieser Erfahrung als Springerin setze ich mich gern dafür ein, dass statt für "Early English" Geld für eine Betreuung im Außengelände ausgegeben wird. Fakt ist doch, dass gerade die kleinsten Kinder, vor allem wenn für sie die 45-Stunden-Betreuung gewählt wurde, viel zu viel Zeit in den engen Gruppenräumen verbringen, da man sie nicht überall bedenkenlos im Außengelände spielen lassen kann.

Eine Springertätigkeit muss nicht schlechter bezahlt sein, als der Gruppendienst. Falls du mit der Bezahlung unzufrieden bist, würde ich mich diebezüglich bei der Gewerkschaft beraten lassen.

Freundliche Grüße

amaria
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Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer

Janette
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Re: Arbeiten als Springer!

Beitrag von Janette » Mittwoch 2. Januar 2013, 12:40

Ich bin seit läengerem Springerin in einer Privatkindergarten mit 4 Gruppen.
Ich geniesse meine Arbeit sehr und moechte um nichts auf der Welt in einer festen Gruppe arbeiten.
Ich arbeite 100% mit den Kindern! Ich muss keine Projekte oder Angebote vorbereiten, ich muss nicht mit Eltern hadern, keine Elterngespräche, keine Familienausfluege, keine Kleinteamsitzungen, keine Portfolioarbeit, keine Planungsarbeit, keine Entwicklungboegen, keine Tageszetteln fuer die Eltern darueber, was das Kind den ganzen Tag gemacht hat. Herrlich! Ich beschaeftige mich den ganzen Tag nur mit Kindern, und genau das ist das, was ich mag. Da ich ausser Erzieherin auch Motopaedin bin, mache ich meine täglichen psychmotorischen Angebote in der Gruppe, wo ich gerade arbeite. Wunderbar!
Da ich praktisch jeden Tag in einer anderen Gruppe bin, kenne ich alle meine Kollegen sehr gut und lerne von jedem etwas. Im Zickenkrieg, der manchmal in der Einrichtung herrscht, bin ich nicht involviert! Herrlich!
Ich kann sogar Teilzeit arbeiten, was in unserer Krippe sonst niemand macht, viele aber machen moechten. Die Direktion meint, dass die Erzieherinnen ganztags arbeiten muessen….
Ich habe mir im Laufe der Zeit eine akzeptable Bezahlung ausgehandelt (kein TVoeD, da Privateinrichtung…).
Die Arbeitsbedingungen sind natuerlich nicht nur toll (Personalmangel, Gehalt), aber das beruehrt uns allen…

amaria
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Re: Arbeiten als Springer!

Beitrag von amaria » Mittwoch 2. Januar 2013, 15:28

Hallo Janette!

Deine Begeisterung für das Arbeiten als Springerin kann ich so gut nachvollziehen. Auch mich zieht es nicht in die reguläre Arbeit zurück.

Wenn alle mal als Springerin in den Genuss kommen würden, wirklich ganz überwiegend für die Kinder Zeit zu haben, würden viele Tätigkeiten, die Kindern nicht das Erhoffte bringen, vermutlich schleunigst aufgegeben werden.

Freundliche Grüße

amaria
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maike66
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Re: Arbeiten als Springer!

Beitrag von maike66 » Donnerstag 3. Januar 2013, 11:23

Ich fand es zweischneidig, über Monate Springerin zu sein.

Gut fand ich, dass ich sehr schnell zu allen Kindern der Einrichtung Kontakt hatte und eben die Verschiedenheiten innerhalb eines Hauses kennenzulernen (Umgang mit Regeln etc.) Ich habe zum ganzen Haus gehört und nicht nur zu 20 Kindern und einer anderen Kollegin.
Ausserdem konnte ich mir so mehr von den Kolleginnen "abgucken" für die eigene Arbeit und der Teamkontakt war breiter gefächert. Als rettender Springer ist man zudem immer gern gesehen.

Weniger gut war, dass ich größtenteils spontan - je nach Krankenstand wusste ich erst morgens, wo es heute hingeht - wechseln musste, mich nicht längerfristig in Projekte einbinden konnte und oft Prozesse nicht zu Ende begleiten konnte.
Verantwortlichkeiten konnte ich nur für kurze Zeit übernehmen und die Einarbeitung in andere Gruppen war irgendwie nie abgeschlossen und teilweise musste ich die Kinder zu schnell mit ihren Bedürfnissen stehen lassen.

Nach der Zeit war ich froh, wieder eine "eigene" Gruppe zu haben, intensivere Elternarbeit leisten, die volle Verantwortung für die inhaltliche Arbeit tragen zu können und Kinder intensiver und längerfristig zu begleiten.
Aber auch froh, einen anderen Springer in der Einrichtung zu haben, der alle entlastet :pfiff:

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Rikki
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Re: Arbeiten als Springer!

Beitrag von Rikki » Freitag 18. Januar 2013, 11:47

nun ja, ich habe 6 Monate als Springer gearbeitet bevor ich festangestellt wurde. Es bedeutete für mich den Berufseinstieg, man musste flexibel sein...ich bin froh, dass ich ein Auto gebraucht gekauft habe, mit den öffentlichen wäre ich wahnsinnig geworden. Gut fand ich, dass ich in kürzester Zeit unterschiedlichste KITA Konzepte kennengelernt habe und auch viele Kontakte geknüpft habe. Aber mir hat es gefehlt, nicht so richtig dazuzugehören zu einer Einrichtung. So wie es jetzt ist, find ich es besser.
Zuletzt geändert von michi am Mittwoch 14. Oktober 2015, 09:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Purgen
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Re: Arbeiten als Springer!

Beitrag von Purgen » Sonntag 9. August 2015, 09:39

Hallo,
ich schloss meine Ausbildung zur Erzieherin letzten Monat mit einem Schnitt von 1,9 ab. Auch eine Verwaltungsausbildung besitze ich bereits. Nach meiner ersten Bewerbung erhielt ich umgehend eine Zusage. Es handelt sich um eine 0,5 Stelle als Springerin für einen städtischen Träger. Das heißt ich werde in 10 verschiedenen Einrichtungen von der Krippe bis zum Hort eingesetzt. Seit dem 01.08. bin ich angestellt, zu einem Einsatz kam es aber noch nicht. Inzwischen stelle ich mir mehr und mehr die Frage, ob ich mich nicht unter "meinem Wert" verkaufe. Und ich habe auch Zweifel, ob ich die richtige für eine Springertätigkeit bin, denn ich neige dazu Aufgaben, die ich beginne auch bestmöglich beenden zu wollen. Und auch, dass der Aufbau von Beziehungen bei diesem Job kaum möglich ist, verursacht bei mir eine innere Unruhe ...bisher sind mir nur zwei Einsätze von jeweils drei Tagen Dauer bekannt.
Meine Fragen:
Was wird von Springern erwartet, wenn sie neu anfangen?
Wie wird man von den Kindern angenommen?
Sollte man ein Vorstellungsplakat wie bei einem Praktikum beim Reisen von Einrichtung zu Einrichtung dabei haben und am Elternbrett aushängen? Welche Erwartungen haben die vorort tätigen Erzieherinnen an eine Springerin?
Finden Träger schwer Personal die Position als Springer? [Zwischenzeitlich sind feste Stellen mit mehr Wochenstunden in Einrichtungen dieses Trägers ausgeschrieben worden. Ich soll beim Auswahlverfahren berücksichtigt werden. Kann ich da wirklich drauf hoffen?)
Wie lange habt ihr solch einen Job wahrgenommen und hat er euch befriedigt? Durftet ihr an Fortbildungen teilnehmen? War der Job für euch nur eine Zwischenstation? Wurdet ihr nett in den Einrichtungen aufgenommen?
Ich habe sehr viele Fragen im Kopf... und freue mich daher sehr über Eure Antworten und eigenen Erfahrungen.

blackhole
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Re: Arbeiten als Springer!

Beitrag von blackhole » Mittwoch 14. Oktober 2015, 06:34

Ich finde mich in dem ersten Text so sehr wieder.
Habe bei meinem akutellen Arbeitgeber fast 8 Jahre als Vertretung/Springer gearbeitet, bis ich nun einen Vertrag für ein Jahr in meinem Wunsch Kiga bekommen habe..
Ich mag meine Kollegen, komme super mit den Kindern zurecht, aber...
ich bin nur 20 Stunden da, eingeteilt in zwei Gruppen, und werde da meist auch noch rausgezogen, wenn jemand krank ist oder Urlaub hat.
Sprich ich bin in keiner Gruppe zu 100 % wirklich angekommen, und das macht sich momentan auch sehr auf meine Gesundheit bemerkbar.
Für mich persönlich keine Situation die ich jahreang machen möchte, zumal ich mich auch mal gehaltstechnisch verbessern möchte..

Kita 1991
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Re: Arbeiten als Springer!

Beitrag von Kita 1991 » Mittwoch 14. September 2016, 11:35

Hallo !
Ich bin neu hier . Meine Frage:
:c0301:
Ich arbeite als Springerin in 13 verschiedenen Einrichtungen. Bin also täglich dabei , mich in neue pädagogische Arbeitsweisen einzufinden. Jetzt hat mein Träger vor, mir die Vor und Nachbereitungszeit zu streichen. Dies würde bedeuten, mit den Kindern kommen und gehen ! Ein NO GO !!! Gibt es da irgend einen Schutz, an wen kann ich mich wenden ? Klar muss ich keine Elterngespräche, Kindbeobachtungen sowie Administrative Arbeiten machen. Aber ich muss trotz allem den Gruppenraum vorbereiten, mein Freispiel sowie Aktionsangebot, Übergaben schreiben, Tür und Angelgespräche führen !!!! Danke für eure Beiträge

alvastra
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Re: Arbeiten als Springer!

Beitrag von alvastra » Dienstag 1. Mai 2018, 07:52

Hallo schau doch mal in deiner Arbeitsplatzbeschreibung nach da müssten diese Dinge festgeschrieben sein.Falls du größere Probleme bekommst lohnt es sich auch bei der Gewerkschaft nachzufragen.

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