Baustelle und Krippenneueröffnung - Wir sind verzweifelt

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Taio
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Baustelle und Krippenneueröffnung - Wir sind verzweifelt

Beitrag von Taio » Donnerstag 9. November 2017, 15:02

Hallo Ihr Lieben, ich wende mich in Namen meines gesammten Kindergartenteams an euch und hoffe hier Hilfe zu finden.
Wir befinden uns in folgender Situation:
Unser 2 gruppiger Kindergarten wird mometan um eine Krippengruppe erweitert. Der Kindergartenbetrieb geht unverändert weiter, nur haben wir um uns herum nur Baustelle, Lärm und Schmutz.
Ursprünglich sollte das angebaute Krippengbäude mit Turnhalle und Kinderbistro (auch für den Kiga nutzbar) im August komplett fertig gestellt sein, so dass der Kindergarten während der Zeit der Sanierung in die Krippe umziehen kann, so dass alles im Januar neu eröffnet werden kann.
Das Krippengebäude wird nicht fertig, der Kiga zieht voraussichtlich erst Ende Dezember in die Krippe, in der auch zeitgleich die Eingewöhnung von 12 Krippenkindern stattfinden soll.
Unser Team hat große Bedenken nur unser Träger lässt uns damit im Stich.
Die wichtigsten Punkte sind der Baustellenlärm während der Eingewöhnungszeit.
Der Krippenschlafraum befindet sich genau gegebüber des Turnraumes in dem die Kiga Kinder untergebracht werden.
Alle Eltern und Kinder müssen durch die Krippe und zum Turnraum zu gelangen. Matschwetter!
Wir haben keine Küche und sollen trotzdem warmes Essen an die Kinder ausgeben. Haben hygienische Bedenken.
Ein Klohaus soll für die Kiga Kinder im Garten stehen. Aufsichtspflicht. Mit jedem Kind das muss muss einer mit raus in die Kälte.
Dass sind nur einige Punkte an denen wir verzweifeln. Unsere Leitung sagt um Konflikten aus dem weg zu gehen zu allem was der Träger mit den Bauleuten abspricht Ja und Amen. Das Team brodelt.
Wir suchen dringend nach handfesten rechtlichen Vorschriften, hygienisch usw. um unseren Träger überzeugen zu können die Krippeneröffnung zu verschieben und eine andere Lösung für den Kiga zu finden.
Kann uns jemand helfen?
Danke!!!

amaria
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Re: Baustelle und Krippenneueröffnung - Wir sind verzweifelt

Beitrag von amaria » Freitag 10. November 2017, 08:16

Hallo Taio,

wenn die Liste eurer Bedenken, eurer berechtigten Bedenken!!! noch nicht vollständig ist, dann sollte wirklich im Interesse der Kinder und der Erzieherinnen Änderungen möglich sein.

Zuerst einmal finde ich nicht, dass ihr als Erzieherinnen im Gruppendienst sämtliche Vorschriften, die ihr nie zu lesen bekommen habt, kennen müsstet. Sich in der Angelegenheit eingehend zu informieren, ist Sache der Leitung, die deshalb in einem ersten Schritt vom Team in Schriftform darauf aufmerksam gemacht werden sollte. Es reicht, wenn ihr begründet, was ihr unverantwortlich und was ihr als nicht mit dem Bildungsauftrag vereinbar anseht.

Wie wäre es, wenn ihr im übertragenen Sinn den "schwarzen Peter", den man euch aufgedrückt habt, wieder in Form von vielen, möglichst präzisen Fragen zurückgebt? Legt eindringlich dar, dass ihr schon absehen könnt, dass zahlreiche Belastungen auf die Kinder und euch zukommen werden und dass ihr zudem mit Problemen rechnet, deren Tragweite jetzt noch nicht absehbar ist. (Es braucht nur ein schwer einzugewöhnendes Kind unter den Neuen zu sein und schon werden andere Kinder davon seelisch ebenfalls belastet und die Atmosphäre in der Gruppe ist von euch mit Empathie allein nicht mehr zu retten.) Ihr könntet euer Anliegen in Form eines Briefes, der an die Kindergartenleiterin gerichtet wird, mit der Bitte um Weiterleitung an den Träger weitergeben. Enthalten sollten Bitten um zeitnahe Stellungnahmen. Überlegt euch, ob ihr eine Frist setzen möchtet. Ihr handelt verantwortungsbewusst. Das muss dann ernst genommen werden.

Fragen sollten unmissverständlich darauf hinweisen, dass ihr aufgrund der euch bekannten Umstände davon ausgeht, dass ihr definitiv nicht in der Lage sein werdet, die Aufsichtspflicht über die Kinder jederzeit erfüllen zu können. Wenn ihr als Fachkräfte kein Einverständnis zu den Gesamtumständen der Betreuung geben könnt, muss der Träger das ernst nehmen. Sollte dennoch nichts passieren und der Träger versucht, Druck auf euch auszuüben, solltet ihr Wert darauf legen, dass jede Anweisung schriftlich erteilt wird.

Du kannst mir gern eine PN schreiben mit Informationen, die nicht im Forum stehen sollten. Abschließend noch ein Link:
http://www.andreas-ebenhoeh.de/artikel/ Auf der Seite von Andreas Ebenhöh findest du auch Hinweise darauf, dass er beratend tätig wird und Fortbildungen anbietet.

Freundliche Grüße

Angelika
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer

Taio
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Re: Baustelle und Krippenneueröffnung - Wir sind verzweifelt

Beitrag von Taio » Samstag 11. November 2017, 06:47

Danke für die ausführliche Antwort!
Wir haben ein Gespräch mit unserem Träger am durchgesetzt. Das soll am Dienstag stattfinden.
Leider haben wir gestern in der Dienstbespreching wieder gemerkt, dass unsere Leitung nicht auf unserer Seite steht. Eigentlich müsste sie unsere Argumente und Bedenken vortragen. Wir glauben jedoch dass sie das nicht in unserem ermessen tun wird, sondern mur wieder beschwichtigt und schön redet.
Das Team trifft sich jetzt ohne Leitung am Montag und wir versuchen gemeinsam zu überlegen wie wir das Gespräch so beeinflussen können dass wir unsere tatsächlichen Anliegen formulieren können. Und auch wirklich Antworten bekommen.
Wir haben auch beim Gesundheitsamt angerufen. Der Zuständige hat gemeint dass er da auch Probleme sieht. Der würde sich notfalls auch einschalten.
Wir warten jetzt alle auf den Dienstag. Die Stimmung auf Arbeit ist sehr belastend.
Die Kinder tun mir im Moment unendlich leid!

Jessy87
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Re: Baustelle und Krippenneueröffnung - Wir sind verzweifelt

Beitrag von Jessy87 » Sonntag 3. Dezember 2017, 09:44

Das hört sich echt furchtbar an. Was ist denn bis jetzt passiert?
Habt ihr eine Lösung gefunden?
Habt ihr vielleicht sogar persönlich mit dem Träger reden können?
Bei diesen großen Bedenken eurerseits würde ich der Leitung, aber vor allem dem Träger zu verstehen geben, dass ihr so nicht arbeiten werdet. Dann muss er reagieren.

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