Was sagen die Fachlehrer zu Krippen und Kitas?

amaria
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Was sagen die Fachlehrer zu Krippen und Kitas?

Beitrag von amaria » Samstag 23. Mai 2015, 15:30

Hallo!

Eure Fachlehrer und Fachlehrerinnen, die zu den "Sichtstunden" in die Einrichtungen kommen, haben die Chance, einiges vom Alltag in modernen Krippen und Kitas mitzubekommmen. Angesichts der unterschiedlichen Einrichtungen und der Arbeit nach verschiedenen Konzeptionen, können sie Vergleiche ziehen und Praktikanten eventuell auch bei der Auswahl einer für sie geeigneten Praxisstelle beraten.

Was sagen Fachlehrer zu euren Praxisstellen? Beanstanden sie manchmal die Betreungsbedingungen? Stockente hat an anderer Stelle des Forums die Frage aufgeworfen, warum Eltern die Kleinsten in übervolle Krippengruppen bringen und warum Erzieherinnen bei dieser Forum der Betreuung mitmachen. viewtopic.php?f=147&t=11237 Diese Frage nach dem Wegschauen, dem stillen Dulden unguter Verhältnisse lässt sich auch auf die Fachlehrer und Fachlehrerinnen ausweiten.

Und noch eine Frage: Welche Erfahrungen haben die Praxisanleitungen mit den zu Besuch kommenden Fachlehrern gemacht?

Freundliche Grüße

amaria
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Siria
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Re: Was sagen die Fachlehrer zu Krippen und Kitas?

Beitrag von Siria » Samstag 23. Mai 2015, 19:11

Hallo amaria,

meistens verdränge ich ungute Erfahrungen mit Fachlehrern schnell, aber diese eine ist mir doch im Gedächtnis geblieben: Meine Praktikantin im ersten Ausbildungsjahr sollte eine Bilderbuchbetrachtung mit 3 Kindern machen. Ich riet ihr, sich mit den wenigen Kindern doch gemütlich aufs Sofa zu setzen und dort das Buch anzuschauen. Das tat die Praktikantin auch, sie war gut vorbereitet, nahm sich Zeit für jedes einzelne Kind und für das Buch, ließ die Kinder erzählen, stellte gute Fragen und war insgesamt sehr zugewandt und mit Freude bei der Sache.

Eine gute Note? Nun, es gab „nur“ eine 3, weil doch eine Bilderbuchbetrachtung ein Bildungsangebot ist, und bei einem Bildungsangebot sitzt man den Kindern IMMER gegenüber, und auf dem Sofa geht gar nicht. Es müssen schon richtige Stühle sein, auf denen die Kinder sitzen, damit sie auch merken, dass sie gerade gebildet werden. (Es hat nur noch gefehlt: Wir sind ja nicht zum Spaß hier.) Sämtliche Einwände waren zwecklos.

Ich konnte der Praktikantin dann doch noch zu einer 2 im Zeugnis verhelfen, indem ich ihr eine sehr gute Praxisnote gegeben habe ...

Für die Betreuungsbedingungen interessieren sich die Fachlehrer meiner Erfahrung nach nicht. Sie lassen sich von den Praktikanten die Einrichtung zeigen (es gibt auch eine Note für die „Hausführung“), aber das war´s dann auch schon.

Zenobia
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Re: Was sagen die Fachlehrer zu Krippen und Kitas?

Beitrag von Zenobia » Samstag 23. Mai 2015, 20:38

Sorry, aber eine Bilderbuchbetrachtung auf dem Sofa geht gar nicht. Da stimme ich dem Fachlehrer zu.
Ich habe schon lange keine gelungene Bilderbuchbetrachtung gesehen, alles eher lieblos.

Ganz schlimm finde ich es, wenn die Kinder mit ihren Fingern im Buch rumtatschen............

Eine Bilderbuchbetrachtung entspricht einem kleinen Abenteuer in die Welt der Phantasie. Dieser Augenblick sollte besonders gestaltet sein.

Auf dem Sofa kann man abhängen, wenn man/frau/kind vor dem Fernseher geparkt wird.

Siria
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Re: Was sagen die Fachlehrer zu Krippen und Kitas?

Beitrag von Siria » Sonntag 24. Mai 2015, 10:45

Da gehen unsere Meinungen auseinander, Zenobia.
Außerdem verstehe ich deine Argumentation nicht so recht.
Zenobia hat geschrieben:Eine Bilderbuchbetrachtung entspricht einem kleinen Abenteuer in die Welt der Phantasie. Dieser Augenblick sollte besonders gestaltet sein.
Da stimme ich dir absolut zu. Aber warum kann man diese Situation auf dem Sofa nicht besonders gestalten? Was spricht dagegen, wenn man sich bei spannenden / aufregenden / lustigen ... Geschichten aneinanderkuschelt? Der "Wert" dieses Angebots hängt doch nicht von der Anordnung der Sitzplätze ab.
Zenobia hat geschrieben:Auf dem Sofa kann man abhängen, wenn man/frau/kind vor dem Fernseher geparkt wird.
nun, ich weiß ja nicht, wie du das handhabst, aber wenn ich lese (und das tue ich gern und viel, wenn es meine Zeit erlaubt), dann am liebsten gemütlich auf dem Sofa. :wink:

amaria
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Re: Was sagen die Fachlehrer zu Krippen und Kitas?

Beitrag von amaria » Sonntag 24. Mai 2015, 11:06

Hallo!

Als Springkraft habe ich es noch nie erlebt, dass Kinder die kleinen Stühlchen im Halbkreis aufgestellt hätten, für mich davor einen großen Stuhl und mir dann ein Vorlese- oder Bilderbuch in die Hand gedrückt hätten. Hingegen ist es der Normalfall, dass sich Kinder von einer "Neuen" wünschen, dass sie ihnen etwas vorliest und ich staune immer wieder, wie gut das klappt, sofern nur die Geschichte oder das Sachbuch interessant und das Vorlesen und Eingehen auf die Kinder gut ist. Ich finde es sachlich nicht vertretbar, dass Fachlehrer darauf bestehen, dass Bilderbücher "in erarbeitender Form" Kindern präsentiert werden müssen. Das ist herablassend gegenüber Kindern und untergräbt die Entscheidungsfreiheit der Praktikanten, von denen erwartet wird, dass sie "authentisch" sein sollen.
Ich finde es gut, dass Siria ihre Praktikantin ermutigt hat, sich anders zu verhalten und dass sie ihr hinterher auch zu einer besseren Note verholfen hat. - Es gibt so viele Gruppenanleiterinnen, die sich immer wieder über Fachlehrer ärgern! (Während meiner Ausbildungszeit haben sogar Klassenkameradinnen zu hören bekommen "Wenn Frau X ihre Didaktiklehrerin ist, dann müssen sie das Praktikum aber in der Y-Gruppe machen. Ich kann dieses Weib nicht mehr sehen!)

Was ich auch nicht verstehen kann: Die Fachlehrer für Didaktik/Methodik lassen ihre Schüler vielfach sowohl zu Beginn derAusbildung als auch noch im Anerkennungsjahr ihre Einrichtung ausmessen und die Räume beschreiben. - Dann aber wird über diese Angaben nicht gesprochen! Ist es richtig, dass Münchner Kinder im Außengelände ihres Kindergartens pro Kind deutlich weniger Platz zur Verfügung steht, als ein PKW einnehmen würde?

Freundliche Grüße

amaria
Zuletzt geändert von amaria am Sonntag 24. Mai 2015, 12:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was sagen die Fachlehrer zu Krippen und Kitas?

Beitrag von Juliala » Sonntag 24. Mai 2015, 12:25

Hallo Siria,

ich stehe voll hinter deiner Meinung.
Auch wir schauen uns Bilderbücher meist in der Leseecke auf der Couch an. Die Kinder verlangen jeden Tag nach Bilderbuchbetrachtungen und ganz ehrlich......wir reden alle, wie uns der Schnabel gewachsen ist.....und das ist auch gut so....und authentisch.

Mir geht dieses künstlich aufgesetzte Bildungs-Bilderbuchgelaber auf den Keks.
Ich finde Bücher enorm wichtig im Leben der Kinder und der Menschen.
Ein Buch zu lesen oder zu betrachten bedeutet für mich Genuss und Hingabe und das können ich und anscheinend auch die Kinder am besten auf der Couch in der Leseecke. Dort wo man sich gut und wohl fühlt, lernt man am meisten.

Man muss im Namen der Bildung nun nicht alles "verkünstlichen". Früher nannte man das "verschulen". Heutzutage nennt man das Bildung, aber schlauer werden die Kinder trotzdem nicht.

Julia
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Re: Was sagen die Fachlehrer zu Krippen und Kitas?

Beitrag von Zenobia » Sonntag 24. Mai 2015, 16:32

Okay, ich habe meine Ausbildung Anfang der 80er Jahre gemacht.

Auf einem Sofa können nicht alle Kinder gleichzeitig in das Buch schauen. Es ist wie bei einem Gemälde, dessen Schönheit ich erst richtig erkenne, wenn ich den nötigen Abstand habe. Wir haben von Bilderbüchern gesprochen. Geschichten kann ich überall vorlesen.

Mir geht es in keinster Weise um irgend einen Bildungsanspruch. Mir geht es um den Genuss, ein Bilderbuch in seiner ganzen Schönheit zeigen zu können.

Wir haben sogar eine Seite des Buches abgedeckt, damit die Kinder sich in Ruhe ein Bild anschauen können.

Das Unterrichtsfach dazu hieß: Kinder- und Jugendliteratur.

Wer braucht überhaupt noch Bücher? Gebt ihnen Tablets, Handy`s, Notebooks, Laptops.....und gut ist........

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Re: Was sagen die Fachlehrer zu Krippen und Kitas?

Beitrag von amaria » Sonntag 24. Mai 2015, 16:59

Meine Ausbildung begann zehn Jahre später und ich kenne es auch noch, dass Text- und Bildpassagen abgeklebt wurden. Weil eine Lehrerin besonders von den Bilderbüchern Annegret Fuchshubers angetan war, die sich für die Bilderbuchbetrachtung in erarbeitender Form besonders eigneten, mieden viele jene Bücher, die frech und witzig und besonders spannend waren, und mit denen sich insbesondere jene Jungen für Bücher begeistern ließen, die zuvor kein Interesse an Büchern hatten. So wie heute das Internet genutzt wird, um sich Hilfe bei der Erstellung von Hausaufgaben zu holen, so wurden damals ganze Planungen unter der Hand weitergegeben. Viele Einrichtungen hatten die Plakate zu "Wie bereite ich einen Obstsalat vor" noch im Keller verwahrt. Vor den Kindern wurde abgespult, was die Lehrer hören wollten und der Umstand, dass man Schüler viel zu wenig Entscheidungsfreiheit zugestand, ließ deren Ideenreichtum verkümmern.

Für die Lehrer war dies insofern von Vorteil, dass sich Arbeiten schnell korrigieren ließen. Wenn sich ein hoher Prozentsatz der Angebote wiederholte, mussten auch sie weniger über Neues nachdenken.

So, nun bin ich selbst auch wieder ausführlich auf etwas eingegangen, was nicht zum Kern meiner Ausgangsfrage führt. Was sagen die Fachlehrer zu den einzelnen Einrichtungen? Wird darauf geachtet, ob gesetzliche Bestimmungen eingehalten wurden oder drücken die Lehrer "netterweise" ein Auge zu? Wenn sie Flure sehen, in denen Gummistiefel und auf dem Boden liegende Kleidung ein zügiges Verlassen der Einrichtung im Falle eines Brandes unmöglich machen, könnte beispielsweise dagegen etwas gesagt werden.

Lediglich in einer Grundschule habe ich mitbekommen, dass sich der Hausmeister beim Direktor beschwert hat, weil die Flure in der OGS zu eng seien, um als Garderoben genutzt zu werden. Daraufhin wurden die Taschen und Jacken im Ruheraum untergebracht. :pfiff:

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Re: Was sagen die Fachlehrer zu Krippen und Kitas?

Beitrag von Mela_im_Dienst » Montag 22. August 2016, 18:44

Okay, wenn ich das so lese, wundert es mich nicht mehr, dass ich die Ankunft der Fachlehrer schon an den verängstigten Blicken der Praktikantinnen erkennen kann. Gruselig.

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Re: Was sagen die Fachlehrer zu Krippen und Kitas?

Beitrag von amaria » Montag 22. August 2016, 22:15

Ja. Als ich vor einer der ersten Hospitationen nervös war, hat mir eine Gruppenleiterin einer anderen Gruppe einen Tipp gegeben, die Prüfungssituation leichter zu nehmen. Sie meinte, ich solle mir die Lehrerin einfach mit nacktem Oberkörper vorstellen. Der Rat kam aus einem katholischen Kindergarten und hat geholfen. Ich war perplex, habe gelacht und die Prüfungssituation war dann sowieso nicht so schlimm.

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Re: Was sagen die Fachlehrer zu Krippen und Kitas?

Beitrag von Mela_im_Dienst » Dienstag 23. August 2016, 09:40

Mit nacktem Oberkörper ist doch schon die abgeschwächte Version. Normalerweise bezieht sich der Tipp auf ganz nackt. :kicher:

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Re: Was sagen die Fachlehrer zu Krippen und Kitas?

Beitrag von amaria » Dienstag 23. August 2016, 11:39

War ja auch ein katholischer Kindergarten :wink: und es ist schon ein paar Jahre her. Aber auch damals hatten Praktikanten manchmal Probleme, eine Praxisstelle zu finden. "Wenn Frau X oder Herr Y dein Praxisanleiter ist, streike ich, dann musst du in eine andere Gruppe. Den oder die will ich nie wiedersehen.

Welche Tippe gegen Nervosität beim Praxisbesuch werden von anderen als hilfreich empfunden. Meine Praxisamleiterin hat den Eltern der Kinder, die pünktlich zum Lehrerbesuch im Kindergarten sein mussten, gesagt, dass die Eltern dem Kind morgens ein Schokolädchen geben sollte, damit das Kind gut gelaunt ist. Bei uns war es so, dass Kinder regelrecht stolz waren, wenn sie für eine Hospitation ausgewählt waren. Manche erzählten, dass ihre älteren Geschwister "auch immer Hospitation hatten". Den Tipp mit dem Schokolädchen habe ich bei meinem Frühstück auch beherzigt.

Freundliche Grüße

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Re: Was sagen die Fachlehrer zu Krippen und Kitas?

Beitrag von Mela_im_Dienst » Dienstag 23. August 2016, 15:24

Den Tipp mit der Schokolade werde ich mir merken. Zur Not können auch die Paraktikanten damit gefüttert oder die Fachlehrer damit eingestimmt werden. :daumen:

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Re: Was sagen die Fachlehrer zu Krippen und Kitas?

Beitrag von Soul » Mittwoch 24. August 2016, 11:34

Ich habe noch nie erlebt, dass einer meiner Praxisdozenten (also das, was hier Fachlehrer genannt wird... schon blöd, dass es anscheinend überall andere Namen für die selben Dinge gibt x.x) etwas über Räumlichkeiten oder ähnliches geäußert hätte. Aber meistens kannten sie die Einrichtungen schon bzw. waren schon einmal dort gewesen. In meinem ersten Ausbildungsjahr hat meine Dozentin und meine Anleitung nach der Reflexion meines Angebotes aber eine Fallbesprechung über einen Jungen aus meinem Angebot gemacht. Mit ihm hatten wir im Alltag ein paar Probleme (Krippenkind) und er ist in mein Angebot nachgerutscht, weil das eigentliche Kind krank war. Das fand ich damals sehr spannend zuzuhören und hat meiner Anleitung, glaube ich, auch gute Ideen gebracht. Das war aber auch mehr ein kameradschaftlicher Austausch und keine Kritik oder ähnliches.

Was die Schokolade angeht... Ich habe Dozenten an der Schule, die schon regelrecht gekränkt sind, wenn man ihnen zur Reflexion des Besuchs kein Gebäck oder ähnliches hinstellt... Was Kaffee und Wasser angeht, da habe ich ja wirklich kein Problem... aber zuzuschauen wie meine Dozentin Kekse knabbert, während ich versuche mein Angebot zu reflektieren, nervös bin und alles möglichst gut machen will...
Vielleicht bin ich da ja zu pingelig, aber es ist immerhin für alle Beteiligten Arbeitszeit und für mich eine Prüfungssituation. (

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Re: Was sagen die Fachlehrer zu Krippen und Kitas?

Beitrag von amaria » Mittwoch 24. August 2016, 13:50

:wink:

Diese Einstellung kann ich verstehen. Ich kenne es so, dass es für alle wahlweise Kaffee oder Wasser gab. Und das Getränk brauchte vor allem die Praktikantin...

Um zu meinem Ursprungsthema zurück zu kommen: Dürfen wir nicht erwarten, dass Lehrer hinsehen und beispielhaft zeigen, wie man sich verhält, wenn Kinder zu schlecht betreut werden? Hier ein krasses Beispiel: http://www.kindergartenkritik.de/erst-m ... -anfangen/ Ganz bestimmt erfahren Lehrer immer wieder mal, dass Praktikantinnen, die noch nicht den Blick für die Gesamtgruppe haben, gleichwohl in der Mittagspause der anderen allein mehr Kinder betreuen als vertretbar ist. Lehrer können nicht alles übersehen und so tun, als ginge es sie nichts an! - Denn was bringen sie Schülern (oder Studenten) dadurch bei? - Das Wegsehen! Lieber den Mund halten als Fragen stellen und vielleicht anecken.

In meiner Ausbildungszeit hätte ich zwei Mal die Einrichtung, in der ich gerade war, ausmessen sollen. Beim ersten Mal gab es für die zeitaufwändige Arbeit nur einen von drei möglichen Punkten, so dass ich sie gar nicht erst gemacht habe, denn ich brauchte das Pünktchen nicht und im Berufspraktikum haben mir die Jugendlichen das Ausmessen abgenommen. Das habe ich auch bei der Lehrerin angegeben und ich fand es gut, dass die Kinder angesichts einen verwinkelten, schwer ausmessbaren Gemeinschaftsraums am Ende kapituliert haben. Sie fanden es - wie klug! - nicht nötig, diesen Raum auszumessen, das die Lehrerin ihn schon gesehen hatte.

Beide Male wurde im Schulunterricht nicht darüber gesprochen, wie unterschiedlich groß die Einrichtungen waren und die vielen Chancen, etwas zu lernen wurden nach der stupiden Fleißarbeit nicht wahrgenommen. Das fand ich schade - und leider auch nicht untypisch für den damals üblichen Unterricht. Auch an anderen Schulen wurde es so gehandhabt. Früher hatten die Kindergärten schon die "Arbeiten" der Vorgängerinnen griffbereit verwahrt und es musste gar nichts mehr gemessen werden. Ist das heute auch noch so? Einfach alles auf den USB-Stick und die Aufgabe für die Schule ist erledigt?

Falls ja, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass es Fachkräfte und Praktikanten gibt, die Zustände dulden, wie sie "gelöschter User" beschrieben hat.

Freundliche Grüße

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