Praktikantin "völlig durch den Wind"

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Judith
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Praktikantin "völlig durch den Wind"

Beitrag von Judith » Freitag 29. Oktober 2010, 19:42

In unserer Kita ist seit August 2009 eine Praktikantin tätig.
Zuerst war sie ein Jahr in der Krippengruppe, wo ich auch bin, tätig. Seit August 2010 ist sie in der Kindergartengruppe. 10 Kinder zwischen 3-5 Jahre werden dort von insgesamt 3 Erziehern (Schichtdienst, 2 sind immer da) und dieses Jahr erstmalig einem Praktikanten (4 Tage/Woche) betreut. Ihre Praxisanleitung hat die Gruppe Mitte Februar 2010 übernommen und ganz neu gestaltet (es sind zeitgleich alle drei Erzieher aus der Gruppe gegangen). Die neue Kraft kam aus der anderen Kindergartengruppe, wo sie als Zweitkraft tätig war, und ist dort als Gruppenleitung. Gemeinsam mit der Kitaleitung hat sie die Gruppe aufrecht erhalten können und seit April ist eine Honorarkraft mit dabei, die im Mai eingestellt wurde. Nun ist es so, dass Ende September die Gruppenleitung krank geworden ist und seit ca. einer Woche wissen wir, dass sie aufgrund einer Schwangerschaft erstmal nicht zurück kommen wird. Sie hat ein Beschäftigungsverbot. Die Leitung, die Zweitkraft und der Praktikant halten nun die Gruppe aufrecht, wozu erwähnt werden muss, dass die Leitung überwiegend im Büro sitzt (was direkt neben der Gruppe ist) und nur beim Bringen und Abholen der Kinder präsent ist. Ansonsten ist die Zweitkraft mit dem Praktikanten alleine. Seit zwei Wochen ist nun an zwei Tagen in der Woche zur Untertsützung eine Kraft aus der Krippe stundenweise mit in der Gruppe. Somit kann auch mal wieder Turnen gegangen werden, Angebote statt finden, usw.. Eine neue Kraft, Gruppenleitung, für die Gruppe wird gesucht. Bewerbungsgespräche finden statt (aber bei uns ist es so, dass nicht wir, sondern die Eltern entscheiden, wer eingestellt wird und wer nicht).
Nun zu der Praktikantin. Sie ist an zwei Tagen in der Woche dort. Genau an diesen Tagen ist auch die Kraft aus der Krippe mit anwesend. Die Kitaleitung ist nach Ausfallen der Gruppenleitung ihre neue Praxisanleitung geworden. Es sind große Unterschiede. Die Gruppenleitung war 26 Jahre, die Kitaleitung über 50. Die war sehr auf Spaß bezogen, immer für einen Witz offen und die Kinder in der Gruppe waren auch so. Die Leitung sieht es etwas strenger und möchte gerne als Chefin behandelt werden. (Vor Februar 2010 war sie in der Krippe tätig und nicht nur einmal war ich alleine für mehr als 5 Kleinkinder zuständig, weil sie im Büro war.) Die Zweitkraft sagt es schon ähnlich aus, und wenn sie sich im Notfall mal Hilfe aus der Krippe holt (wir sind über Mittag zu viert), dann bekommt sie dafür von der Leitung einen Anpfiff und nicht zu vergessen, wenn ich dann die Hilfe zugesagt habe, bekomme ich den auch und zwar nicht nur von der Leitung sondern auch von der stellvertretenden Leitung. Kommentar der Leitung: "Mit 10 Kindern muss man gut alleine zurecht kommen." (Zu dem Zeitpunkt war der Praktikant krank.) Zurück zur Praktikantin. Gestern hatte sie Hospitation (Lehrerin kam zu Besuch) und hat ein Bewegungsangebot gemacht. Morgens (eine Stunde vorher) wurde ein Kind abgemeldet, weil es noch schläft. Es kam dann während des Angebotes. Sie nahm dafür ein anderes Kind mit. Das Angebot muss nicht so gut gelaufen sein. Die Kinder müssen wohl überhaupt nicht auf sie gehört haben, nur herum gelaufen sein und ein Junge ist wohl "ausgetickt" und hat dann ein anderes Kind während dem Geschlagen, so die Auskunft der Leitung. Während des Gespräches danach hat die Leitung ihr dann erzählt, dass sie kaum auf die Kinder eingehen würde, gar keine Angebot machen würde, gar nicht in der Gruppe präsent sei, zu still sei, usw. (Aussage der Leitung). Die Praktikantin war danach "völlig durch den Wind" und hat fast durchgehend geweint. Die Lehrerin konnte nur den Moment sehen und das Gesagte der Leitung glauben. Später gab es dann noch ein Gespräch mit der Leitung und sie hat ihr erzählt, dass ihre Ausarbeitung schlecht gewesen sei und das da Punkte drin gestanden haben, die rechtlich der Kita falsch gegenüber ständen und ein Kündigungsgrund sei. Dazu muss ewähnt werden, dass die Praktikantin trotz Ferien letzte Woche einmal gekommen war um der Leitung ihre Ausarbeitung zeigen und diese durchgelesen und ihr ok dafür gegeben hat. Nun war es so, dass die Praktikantin und ich uns zufällig trafen (in der Kita) und sie gleich begann zu weinen. Sie erählte mir dann, völlig aufgelöst, dass sie, seit die Leitung ihre Praxisanleitung ist, gar nicht mehr gerne in die Kita käme. Sie hätte täglich Angst davor, neue Krititk von ihr zu bekommen. Sie hätte noch nie ein Lob von ihr bekommen. Heute hätte sie nur Negatives von ihr erzählt. Sie hätte nun große Angst, dass alle anderen Kollegen schlecht von ihr denken würde, weil die Leitung überall herum erzählt, wie schlecht das Angebot gelaufen sei. Sie hat Angst davor, dass alle meinen, dass sie nicht mit Kindern umgehen kann, usw.. Sie weinte die ganze Zeit dabei und ich konnte sie kaum beruhigen. Sie hatte direkt danach frei und ich habe ein schlechtes Gefühl, dass sie damit psychisch nicht zurecht kommt. Sie meinte sogar, dass sie mit dem Gedanken spielen würde die Ausbildung abzubrechen, weil es ihr in der Kita zurzeit überhaupt nicht gefällt. Ich kann verstehen, dass es für sie nicht leicht ist die Praxisanleitung zu wechseln und, dass das Angebot schlecht gelaufen ist, konnte sie überhaupt nicht verstehen. Aber bei mir ist auch schon mal was daneben gegangen und das hört doch dazu. Aus Fehlern kann man doch lernen. Ich würde nun gerne wissen, wie ich ihr Mut machen kann. Ich mag sie gerne. Sie ist auch nicht schlecht. Zumindest war sie es in der Krippe nicht. Unsere Kinder fragen heute noch nach ihr und es gibt Tage da sehnen wir sie herbei. Die Anfangszeit war schwierig, sie war ganz neu, erstes Jahr. Aber es wurde immer besser. Meine Leitung weiß nichts von dem was sie mir gesagt hat. Sollte ich es ihr sagen? Sie betonte extra noch, dass ich es für mich behalten soll. Ich bin im Zwiespalt und auf einer Seite glaube ich, dass ihr nur geholfen werden kann, wenn die Leitung Bescheid weiß, auf der anderen Seite meine ich, dass manche Dinge sich auch von alleine klären.
Habt ihr ähnliche Situationen erlebt und was würdet ihr mir raten? Ich möchte ihr total gerne helfen.

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Peter Goge
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Re: Praktikantin "völlig durch den Wind"

Beitrag von Peter Goge » Samstag 30. Oktober 2010, 11:29

Hui... was für ein laaaanger Text.

Okay, es gibt ja drei Parteien in dieser Situation, evlt noch eine Vierte.

a) Praktikantin
b) Leitung
c) Du
d) die Lehrerin


Es steht und fällt alles mit der Leitung.
Eine Leitung neigt dazu, Autorität und Macht zu bünden, zu verteilen und einzusetzen.
Das ist hier heute morgen der zweite Hilfeschrei, weil die Leitung schlecht ist.

a) Ich glaube der Praktikantin, dass sie gute Leistung bringt, wenn ihre Leistung auf positiv bewertet wird. Selbst, wenn etwas nicht so gut läuft, dann muss hat sie das Recht dazu, FAIR bewertet zu werden. Es liest sich, dass sie unfair vor der Lehrerin angeschissen worden ist. Kein Wunder, dass der Praktiantin der Boden unter den Füssen weggerissen worden ist.

b) Es liest sich so, dass die Lehrerin ihre Macht missbraucht. Das Gefühl, besser zu sein, über jemanden richten zu dürfen.

c) Was bleibt für Dich?!
Ich würde mich am Nachmittag mit der Praktikantin irgendwo in Ruhe mal hinsetzen, etwas über Privates reden. Erstmal wieder "erden". Wenn sie mir erklärt, warum sie Erzieherin werden wollte, erinnert sie dies an ihre alte Ziele.
Auch wenn sie es nicht hören möchte, aber sie muss damit leben, dass sie in ihrem Leben auf Menschen trifft, die unfair sind. Andere Menschen kannste nicht verändern. Nur Du Dich selber!
Die Frage ist also, wie geht sie damit um?
Wenn sie überhaupt keine Kraft mehr hat, dann soll sie die Einrichtung wechseln. Auch das ist ein Entscheidung, die nicht falsch ist.
Wenn Du ihr helfen möchtest, dann setzt Euch zu Dritt mit der Leitung zusammen.
Nur, dann gehst Du natürlich mit Deiner Leitung in die Offensive!! Das muss Dir klar sein.

Und, ich würde in der Schule ein gutes Wort für die Praktikantin einlegen. Vielleicht hat die Lehrerin auch ein "komisches Gefühle" bei dem Gespräch gehabt... und sie kann es sich erklären, wenn Du ihr offenbarst, dass der Umgang der Leitung einfach nicht gut war.

Puh... äh, hoffe, es ist alles verständlich. Bischen viel am Morgen.
Sonst imma nachfragen, gell?!

Grüße
Frank
Das Leben des Krippenerziehers: Spielend und im Schlaf Geld verdienen...

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Peter Goge
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Re: Praktikantin "völlig durch den Wind"

Beitrag von Peter Goge » Samstag 30. Oktober 2010, 11:41

Gleich noch ein Addon obendrauf! Das baue ich nicht oben mit ein... das ist mir zu umständlich.


Was das Ziel im Gespräch mit der Praktikantin?!

Sie soll erkennen, wie ihre eigene Laune durch die Laune ihre Leitung kaputt gemacht wird.


Warum?! Ursache - Wirkung.

Bis vor kurzem hatte ihr der Beruf Spaß gemacht. Und plötzlich gibt es tiefe Schläge. Sie weiß gar nicht, was mit ihr passiert.
Und das würde ich ihr zu erkennen geben, bzw soll sie selber durch die richtigen Fragen erkennen.

"Hat Dir die Arbeit mit der alten Kollegin Spaß gebracht?!"
"Warum bringt Die die Arbeit jetzt kein Spaß mehr?!"
"Was denkst Du, hat die Leitung damit zu tun?!"

Eindeutig zu früh heute...
Das Leben des Krippenerziehers: Spielend und im Schlaf Geld verdienen...

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Re: Praktikantin "völlig durch den Wind"

Beitrag von Frau Schnupp » Samstag 30. Oktober 2010, 13:30

Also im wesentlichen kann ich mich Peter da anschließen.
Was den Punkt angeht, ob du es der Leitung sagen sollst oder nicht:

Die Praktikantin hat dich gebeten, ihr nichts zu sagen. Sie hat sich dir anvertraut. Dann würde ich es der Leitung auch NICHT sagen. ABER... ich würde mit der Praktikantin sprechen und ihr raten, gemeinsam ein Gespräch zu führen. Hierbei kannst du dann unterstützend deine Hilfe anbieten. Ansonsten würde sie sich von dir hintergangen fühlen und sich noch unwohler fühlen, auch wenn du es gut mit ihr meinst.
Nur ob sie das in dem Moment so verstehen würde, weiß ich nicht. Ich wäre vermutlich sauer.
Den Rest hat Peter schon gesagt, ich wünsche euch viel Glück!
Du lernst den Baum kennen, wenn du dich an ihn lehnen willst.

Geschichten durch lachenende Augen:
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Dani444
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Re: Praktikantin "völlig durch den Wind"

Beitrag von Dani444 » Dienstag 25. Januar 2011, 19:00

Ich finde das wirklich unmöglich wie eure Praktikantin behandelt wird.

In meiner Klasse gibt es auch 2 Mädchen die ähnlich behandelt werden und die Schule setzt sich extrem ein. Die beiden wechseln nun den Kindergarten .
Deine Praktikantin sollte sich wehren!!!
Solchen Kindergärten sollte es wirklich nicht erlaubt werden eine Praktikantin zu haben. Wie soll man unter solchen Umständen Leistun bringen ?

Ich bin wirklich sehr, sehr froh das ich einen solch tollen Kindergarten mit guten Kollegen erwischt habe.

Judith
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Re: Praktikantin "völlig durch den Wind"

Beitrag von Judith » Freitag 28. Januar 2011, 18:54

Die Praktikantin ist noch bei uns. Aber leicht hat sie es nicht. Vor ein paar Wochen bsp. hat sie die Leitung um ein Gespräch gebeten um zu wissen, ob sie sich "verbessert" hat. Die Leitung hat ihr geantwortet mit dem Satz "Das wäre noch zu früh um da eine Prognose zu geben. Sie solle erstmal weiter machen, auf die Kinder eingehen und eine richtige Kraft in der Gruppe werden." Als die Praktikantin dann nachfragte, was denn eine "richtige Kraft" sei, hat sie zu ihr gesagt "eine Erzieherin, die mit anpackt und Dinge sieht, die anstehen und einfach mal macht, anstatt erstmal zu fragen". Das haben Praktikantin und Leitung (sie hat es sogar in der Dienstbesprechung erzählt) mir gleich erzählt und die Praktikantin war danach wiedermals "völlig fertig". Am liebsten hätte ich der Leitung meine Meinung gesagt, dass sie so nicht mit der Praktikantin umgehen kann, aber mein da hätte ich meinen Job riskiert. Sie als Erzieherin zu sehen (sie ist 2. Ausbildungsjahr und hat noch zwei Jahre vor sich) finde ich auch zu früh. Ich bin ab und zu auch in der Gruppe mit Kindern aus der Krippe und da packt sie dann mit an, spielt liebevoll mit den Kindern, usw.. Es sind nur Momentaufnahmen, ich sehe nicht was sie sonst macht. Aber würde sie nur dann anpacken hätte die Leitung das bestimmt auch schon mal kommentiert. Letzte Woche dann kam sie mittwochs und bat die Leitung um ein Gespräch. Diese aber hatte kene Zeit und sagte es ihr auch so. Sie erzählte dann der Gruppenleitung (die erst seit Januar 2011 in der Gruppe ist), dass ihr Opa gestorben ist und morgen (also Donnerstag) die Beerdigung sei und sie deshalb nicht käme (sie hat eine Anfahrt von über eine Stunde). Die Gruppenleitung sagte, dass es ok sei und hatte Verständnis dafür. Die Leitung erfuhr es dann am Donnerstag und meinte nur "die kann was erleben, wenn die am Mittwoch kommt. Ohne Absprache mit mir einfach fehlen, usw.." Am Mittwoch dann bat sie die Praktikantin gleich in ihr Büro und sagte ihr auch Sätze zu wie "nächstes Mal sprichst du das mit mir ab. Wenn jeder sich wegen einer Lapalie einfach frei nehmen würde, wo würden wir da denn hinkommen. Die Stunden arbeitest du nach, usw.." Die Praktikantin war danach "fertig". Ein Tot sehe ich nicht als Lapalie an und die Stunden wollte sie auch nacharbeiten, dass hatte sie mir mittwochs noch erzählt.
Es stehen nun noch ein paar Wochen ihr bevor, ehe sie dann die zweite große Veränderung in der Gruppe miterleben wird/muss. Die Leitung geht (man kann es auch als Glück für sie sehen). Eine neue Leitung wird es ab April 2011 geben (insofern unsere Eltern es geschafft haben, bis dahin eine zu finden). Und auch die Zweitkraft, die erst seit Mai 2010 dort eingestellt ist (vorher ein Monat Honorarkraft) wird in absehbarer Zukunft wegen Schwangerschaft gehen. Somit sind dann 2011 alle drei Erzieher der Gruppe gegangen und Neue gekommen. Nicht nur für die Kinder nicht leicht, sondern auch für die Praktikantin eine Umstellung. Einzig der Praktikantin der vier Tage anwesend ist, wird bleiben. Und die Praktikantin wird wieder eine neue Praxisanleitung bekommen; die dritte dann für nur 11 Monate Praktikum (wenn man es mal ganz genau nimmt).

Honeymoon30477

Re: Praktikantin "völlig durch den Wind"

Beitrag von Honeymoon30477 » Donnerstag 3. März 2011, 16:43

Ich finde,die Praktikantin sollte die Einrichtung wechseln.So leid wie es mir für sie tut.

Judith
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Re: Praktikantin "völlig durch den Wind"

Beitrag von Judith » Samstag 5. März 2011, 20:30

Es hat sich einiges bei uns getan.
Ich bin am 15.02.11 als Krankheitsvertretung in die Kindergartengruppe gegangen, weil sonst keiner mehr dort ist. Die schwangere Kollegin hat ein Beschäftigungsverbot bekommen, die Gruppenleitung ist krank und die Leitung hat so viel mit bürokratischen Dingen zu tun, dass sie nicht mehr in die gruppe gehen möchte. Somit bin ich aus der Krippe hochgegangen für 2 Wochen. Aus 2 Wochen wurden dann auch 3 und inzwischen steht fest, dass ich die Gruppe als Gruppenleitung übernehmen werde.
Die Praktikantin ist auch in der Gruppe und jetzt werde ich ihre Praxisanleitung. Das ist nicht leicht für mich, weil sie mir schon so vertraut ist. Ich versuche nun von den Tag an zu sehen wo ich da bin, was sie da macht. Diese Momente kann ich nur sehen. Naütrlich darf ich das Geschehene nicht vergessen, aber ich will ihr eine Chance geben, denn wie ich bis jetzt gesehen habe, nach 3 Wochen, steckt vieles in ihr. Nur sie braucht viel Anleitung, das habe ich auch schon bemerkt, und auch Anstöße dazu, mal was zu machen. Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt.

Ingeborg
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Re: Praktikantin "völlig durch den Wind"

Beitrag von Ingeborg » Sonntag 6. März 2011, 09:14

Ich finde das echt klasse, dass du ihr eine Chance geben willst. In meiner langen Berufslaufbahn habe ich auch sehr viele Praktikanten erlebt. Und - ohne mich jetzt in den Himmel loben zu wollen- gab es auch Einige ( die vorher bei anderen Erziehern waren) die echt froh waren bei mir gelandet zu sein. Oftmals liegt das Problem einfach in der Chemie die nicht stimmt, oder in den Erwartungen der Anleiter. Wie du schon sagst, in manchen Praktikanten steckt so viel, das nur darauf wartet geweckt zu werden.
Wichtig ist dabei immer das Gespräch, und das man die Praktikanten einbezieht-damit sie auch das Gefühl bekommen, willkommen zu sein und dazu zu gehören. Und... meiner Meinung nach, darf da auch ruhig mal ein wenig "small- talk" sein- auch mal was privates quatschen... etc.
Obwohl ich schon viele Jahre Berufs- und auch Leiterinnenerfahrung habe, kann ich mich in meiner momentanen Stellung ( als 2. Erziehern in einer Gruppe mit einer weiteren Erziehrin und einer Assistentin- die allerdings schon viele Jahre zusammen arbeiten- ) gut in die Situation einer Praktikantin hinein versetzen. Kommunikation findet in dieser Gruppe leider wenig statt- ist auch nicht nötig - denn die beiden sind gut zusammen gearbeitet und vieles ist für sie selbstverständlich uns sie verstehen sich auch ohne Worte. Schön für das Stammpersonal- aber es ist für "Neue" echt schwierig, denn selbst ich als " alter Hase" muss ständig nur fragen, fragen, fragen.... das nervt manchmal ganz schön und vor allem , es macht auch irgendwie "unsicher". ( und... mal ganz ehrlich- so schön es auch klingen mag- eine zweite Erzieherin in der Gruppe zu haben- es ist eine ungünstige Kombination!) Ich denke mir dann, Praktikanten haben ja nicht mein Grundwissen und meine Berufserfahrung- wie soll es ihnen dann gehen?? Und vielleicht trauen die sich ja auch nicht so zu fragen??
Wir dürfen nicht vergessen, dass Praktikanten ja ganz am Anfang stehen- sie sind in der Einrichtung um zu lernen!! Und da müssen wir erstens Vorbild sein- zweitens ganz oft das Gespräch suchen und auch Dinge erklären und begründen und drittens Hilfe anbieten - wenn es nötig ist.

Liebe Judith, ich wünsche dir und deiner Praktikantin eine gute Zeit und vor allem konsturktive Zusammenarbeit

Inge

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