Dramatische Fehlzeiten der Erzieherinnen

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amaria
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Dramatische Fehlzeiten der Erzieherinnen

Beitrag von amaria » Freitag 19. Juni 2015, 07:38

Hallo!

Diesen Artikel nehme ich zum Anlass, einen Thread zu den Fehlzeiten der Erzieherinnen einzuführen. http://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck ... -den-Kitas

Die Gründe, warum Erzieherinnen fehlen, sind uns bekannt. Wie ließen sich die Ursachen hoher Fehlzeiten vermeiden? Wie gut oder schlecht werden Erzieherinnen bezahlt, die als Springkräfte arbeiten? Wie gut müssten die Konditionen sein, um mehr aus dem Beruf ausgestiegene Erzieherinnen, die in der eigenen Familie Kinder oder pflegebedürftige Angehörige betreuen, zur phasenweisen Rückkehr in den Beruf zu bewegen?

Freundliche Grüße

amaria
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
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Adrasteia
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Re: Dramatische Fehlzeiten der Erzieherinnen

Beitrag von Adrasteia » Freitag 19. Juni 2015, 08:03

Gratis-Kopfschmerztabletten. Damit Erzieherinnen so wie früher eine Tablette nehmen und dann arbeiten gehen können.


Springkräfte werden hier unterschiedlich bezahlt.
Die einen sollen zum Übungsleitertarif (sowas halbehrenamtliches) arbeiten, andere zahlen 10 Euro pro Stunde, bis hin zur S8 in der Ausschreibung der Stadt Stuttgart.

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Re: Dramatische Fehlzeiten der Erzieherinnen

Beitrag von Lenina » Freitag 19. Juni 2015, 13:09

Adrasteia hat geschrieben:Gratis-Kopfschmerztabletten. Damit Erzieherinnen so wie früher eine Tablette nehmen und dann arbeiten gehen können.
Ist das dein ernst? Au h wenndas im artikel erwaehnt wird glaube ich kaum dass viele erzieher mit nur kopfschmerzen zuhause bleiben.imgegenteil:viele kommen krank.

Wir hattentrotzdem schon mal abundzu ausfaelle von mehr als 50%. Von 12 erziehern haben nur 5 gearbeitet. Krippe,normale kinderzahl, alle springer bereits woanders eingesetzt, volle oeffnu gszeit von 10,5 stunden...

Unsere spri ger werden ganz normal wie alle anderen bezahlt. Find ich mi destens richtig denn diese arbeit ist echtanstrengend
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

Adrasteia
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Re: Dramatische Fehlzeiten der Erzieherinnen

Beitrag von Adrasteia » Freitag 19. Juni 2015, 16:03

Es ist eine unverschämte Frechheit, den Erzieherinnen praktisch zu unterstellen, ihre Einstellung wäre falsch. Früher hätten sie schließlich trotz Kopfschmerzen gearbeitet.
Das mag früher auch möglich gewesen sein.
Heutzutage sind die Tage teilweise schon in gesundem Zustand schwer zu überstehen.
Und wieviele Kolleginnen schleppen sich nur halbgesund auf Arbeit.
Ständig ist das schlechte Gewissen dabei, wenn die Tablette wirklich nicht mehr reicht und man krank daheim bleibt.

Zu den Bedingungen:
Für mich ist klar, dass ich mich nicht nur um fremder Leute Kinder kümmern möchte sondern es muss auch noch genug Zeit und Kraft (!) für die eigene Familie bleiben.
Die Bedingungen müssen so gestaltet sein, dass ich zum Feierabend auch wirklich Feierabend machen kann.
Es braucht mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten und weniger Bürokratie.
Kindergärten und -krippen sollten Orte für Kinder sein und keine Orte, an denen Kinder nur betreut werden.
Kitaleitungen brauchen eine bessere Ausbildung und ein regelmäßiges Coaching.
Supervision und regelmäßige fachliche Beratung (nicht erst, wenn es Probleme gibt.
Kleinere Gruppen und bessere Betreuungsschlüssel sind unabdingbar.
Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich allein mit zwölf Kindern bin oder zu dritt mit vierundzwanzig. Schon des Lärmpegels wegen würde ich lieber alleine mit zwölf Kindern arbeiten - obwohl der Betreuungsschlüssel 3:24 besser ist als 1:12.

Eine bessere Bezahlung hätte ich selbstverständlich auch gern.

amaria
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Re: Dramatische Fehlzeiten der Erzieherinnen

Beitrag von amaria » Samstag 27. Juni 2015, 08:11

Hallo!

Darüber, dass Erzieherinnen streikbedingt gefehlt haben, haben sich Eltern immer wieder aufgeregt und Aktionen gestartet, um auf IHRE Interessen aufmerksam zu machen. Von einer großen Empörung darüber, dass Erzieherinnen aufgrund vieler Infekte angeschlagen arbeiten und oder auf der Arbeit fehlen, regte sich noch nie ein ebenbürtiger Protest. Dabei sorgen die Rahmenbedingungen, die zu den infektbedingten Ausfällen der Erzieherinnen sorgen ebenfalls dafür, dass Kinder erkranken und mit Medikamenten behandelt werden.

Freundliche Grüße

amaria
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Re: Dramatische Fehlzeiten der Erzieherinnen

Beitrag von Siria » Samstag 27. Juni 2015, 08:36

Nun, solange die Eltern ihre Kinder in die Einrichtungen bringen können, egal unter welchen Bedingungen, sind die meisten zufrieden.

Als im Januar bei uns die Hälfte des Pesonals wegen grippaler Infekte ausfiel und der tapfere Rest bald nicht mehr wusste, wie er die Betreuung der Kinder stemmen sollte, kamen nur ganz vereinzelt Angebote von den Eltern, ihre Kinder für ein paar Tage zu Hause zu lassen. Als eine Gruppe notfallmäßig schließen musste, weil kein Personal mehr vorhanden war, reagierten viele Eltern verärgert, obwohl es eine Notbetreuung für Kinder berufstätiger Eltern gab.

Jessy87
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Re: Dramatische Fehlzeiten der Erzieherinnen

Beitrag von Jessy87 » Sonntag 3. Dezember 2017, 09:16

Wenn Eltern ihre Kinder krank in die Einrichtung bringen, ist es doch normal, dass wir immer wieder ausfallen.
Viele Eltern können es sich nicht leisten zu Hause zu bleiben und geben dem Kind noch schnell Fiebersaft, damit es in die Kita kann.
Ab und an ist es wie auf einer Krankenstation. Und wenn ich krank bin bin ich krank und bleibe zu Hause. Meine Gesundheit ist mir wichtig.
Schlimm finde ich es ja, wenn über die Hälfte des Personals fehlt, aber die 10 Stunden Öffnungszeiten trotzdem aufrecht erhalten werden soll. Das geht einfach nicht. Da wünsche ich mir einfach Leitungen, die den Mut aufbringen und Gruppen schließen. Wenn das mehrere machen würden, muss es ein Umdenken geben.

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