Mehrstöckige Kitas - muss das sein?

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Onktebong
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Re: Mehrstöckige Kitas - muss das sein?

Beitrag von Onktebong » Samstag 28. Oktober 2017, 14:12

Bei uns gibt es Keller, EG und ersten Stock. Die Treppe ist bei uns in der Kinderkrippe eines der wichtigsten Angebote.
"Bei der Erziehung muß man etwas aus dem Menschen heraus bringen, und nicht in ihn hinein." -- Friedrich Fröbel

amaria
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Re: Mehrstöckige Kitas - muss das sein?

Beitrag von amaria » Freitag 24. November 2017, 08:42

Hallo Onktebong,

natürlich ist es für Kinder wichtig, zu lernen wie sie eine Treppe rauf- und runtergehen können und dass sie, solange sie unsicher sind sich am Geländer festhalten oder Stufe für Stufe auf dem Po runterrutschen. Aber wieso kommt es dazu, dass die Bewältigung der Treppe als eines der wichtigsten Angebote für Kinder bezeichnet wird?

Hier ein Link zur umstrittenen Kampagne von educcare, https://www.youtube.com/watch?v=LtBuchNF7l4 die wie das Filmchen zeigt, sehr wohl von Erzieherinnen angenommen wurde. Eine bezeichnete sich als "Treppensteigerin". - Und ich frage mich, was diese über 300.000 Postkarten und die Unterstützung der Kampagne durch ehemalige Familienministerinnen gebracht haben?

Es werden zur Erfüllung der Betreuungsplatzgarantie weinterhin viele Kinder auf wenig Platz betreut und das Aufstocken von Kitas ist ein Mittel, um mehr Kinder auf knappem Raum unterzubringen.

Ein aktuelles Beispiel: „Um im August nächsten Jahres den Bedarf für drei weitere Kindergartengruppen abdecken zu können haben wir vorgesehen, im angemieteten Objekt ‚Grevener Straße‘ das erste Obergeschoss umzubauen“, sagte Bürgermeisterin Sonja Schemmann in ihrer Haushaltsrede Anfang November.

Wir sollten uns mal fragen, wie viele Kleinkinder bundesweit zu "Treppensteigern" gemacht wurden,nur damit aufgestockt werden konnte, weil die Ansprüche an die Größe eines Außengeländes auf Kosten der Bewegungsfreiheit der Kinder verkleinert wurden.
Tierschützer wären empört, wenn die Mindestgröße für einen Käfig oder eine Gehege verkleinert würden. Dass dies bei euch auch der Fall gewesen sei, habe ich nicht unterstellt. ich finde nur, dass kritische Erzieherinnen keine Gelegenheit ungenutzt lassen sollten, sich so auszudrücken, dass eine Distanz zu dem Bildungsschmu erkennbar wird. Früher dürften die Kleinsten vielerorts grundsätzlich nicht in oberen Geschossen betreut werden. Zumindest Schlafräume der Jüngsten sollten aus gutem Grund nicht in oberen Geschossen liegen. Im Falle eines Brandes sollte man nicht darauf vertrauen, dass Erzieherinnen in Lichtgeschwindigkeit alle Kinder ins Freie bringen können.

Freundliche Grüße

amaria

Und noch ein Nachtrag: Dieser Kindergarten hat für 65 Kinder ein verdammt kleines Außengelände, auf dem allerdings jede Menge Gerätschaften stehen. Und dann heißt es auch noch, dass die Kinder auf dem Balkon spielen dürfen!!!
"Zum Spielen an der frischen Luft lädt nicht nur das großzügige Außengelände mit Rutsche, Seilgarten und vielem mehr ein, auch die Balkone shttp://www.general-anzeiger-bonn.de/region/vor ... .htmlollen dafür genutzt werden."

:c085: :c085: :c085:

Frische Luft? Die Kita befindet sich am Kreisel einer für dörfliche Verhältnisse stark befahrenen Straße.
Kann es sein, dass bei Platzmangel Balkonflächen (oder gar jeder außen gelegene zweite Rettungsweg) als Außenspielfläche angerechnet werden?
Wo lässt man die Kinder auf dem Balkon spielen?
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Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
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Re: Mehrstöckige Kitas - muss das sein?

Beitrag von amaria » Mittwoch 27. Dezember 2017, 09:44

"In den Yorck-Arkaden, einem mehrgeschossigen Einkaufszentrum an der Fürstenstraße, wird die InterimsKita im oberen Stockwerk Platz finden- und zwar so lange, bis der Neubau in Reichenbrand fertig ist."
https://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEM ... 023748.php
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Re: Mehrstöckige Kitas - muss das sein?

Beitrag von amaria » Samstag 3. Februar 2018, 10:49

Ein Auszug aus der Beurteilung der Arbeit in einer Berliner Kita eines Kita-Trägers vom 7.12.2017 unter "Arbeitsbedingungen":

"Wenn man bei 30 Grad nicht lüften darf, weil einem nicht zugetraut wird das man seine Aufsichtspflicht gewährleistet, führt das zu einem echt schlechten Klima."
https://www.kununu.com/de/step-kids-kitas/kommentare

Damit der Kommentar besser aufgefunden werden kann: Die Überschrift lautet "Unmenschlich ganz groß - richtig schlechte Kita."
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Re: Mehrstöckige Kitas - muss das sein?

Beitrag von amaria » Dienstag 13. Februar 2018, 11:45

Quartier am Klosterwall, oder auch "Backsteinwurst" genannt...

In Hamburg soll bald eine Kita im achten und neunten Geschoss eines Hochhauses entstehen: "Die geplante Kindertagesstätte wird vom Erdgeschoss des Wohnhauses in die achte und neunte Etage verlegt und dürfte dann die höchstgelegene Kita der Stadt sein. Auf rund 1600 Quadratmetern im Innenbereich und einer rund 800 Quadratmeter großen Dachterrasse können die Kinder spielen. "

Früher war der Platz im Außengelände größer als der im Inneren der Einrichtung.

Welcher Kindergarten in Hamburg hat eigentlich das größte und schönste Außengelände der Stadt?
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Re: Mehrstöckige Kitas - muss das sein?

Beitrag von amaria » Montag 23. April 2018, 12:37

Wird eine Kita zugeparkt, kann das wie in Neukirchen bei einem Notfall problematisch sein, wo der Notarzt Mühe hatte, zum Unfallopfer zu gelangen. Der Bürgermeister hat sich auf Facebook empört über das Verhalten der Falschparker. https://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEM ... 189691.php

Und obwohl es gerade in Großstädten immer wieder vorkommt, dass Zufahrten für die Feuerwehr zugeparkt werden, gibt es dort viele mehrgeschossige Kitas, die von der Feuerwehr im Notfall auch nicht zügig erreicht werden könnten.
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Re: Mehrstöckige Kitas - muss das sein?

Beitrag von amaria » Mittwoch 25. April 2018, 08:14

Hallo!

Nach Kita Wolke 10 in Nürnberg geistert jetzt der Name "Kita Wolke 7" durch die Medien. In Neuss hat der Jugendamtsleiter laut Presse schon mal "Wow" dazu gesagt. (vollständiges Zitat im Artikel)
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/neu ... -1.7536423

Die Sauna mit Dachgarten, die ich früher besucht habe, hat auch dicht gemacht - und ich könnte mir eine Kinderbetreuung auf diesem Dach nicht vorstellen, auch wenn das Haus - sofern die ehemalige Sauna mittlerweile nicht anderweitig genutzt wird - von begeisterungsfähigen Politikern als idealer Ort für eine Kita angesehen werden könnte.

Es ist beruhigend, wenn immerhin in der Verwaltung Probleme gesehen und ernst genommen werden. Dass Kitas hoch auf einem Dach schnell ausgebucht sein werden, liegt auch daran, dass Eltern sich gezwungen sehen, Betreuungsplätze so zu akzeptieren, wie sie sind.

Hat schon mal jemand Kindergartenkinder auf einer Dachterrasse oder einem so genannten Dachgarten betreut?

Freundliche Grüße

amaria

Und als kleiner Nachtrag noch ein Hinweis darauf, dass in der Vergangenheit bei der Planung einer Neusser Kita nicht im Sinne der Kinder und Erzieherinnen gebaut wurde. Die Eltern wollten die Stadt wegen der Rekordtemperaturen in der Einrichtung sogar verklagen. https://www.welt.de/regionales/nrw/arti ... lagen.html
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Re: Mehrstöckige Kitas - muss das sein?

Beitrag von amaria » Montag 30. April 2018, 16:15

Wie man sich denken kann, spricht einiges dagegen, eine Kita auf einem Parkhausdach zu errichten: http://www.luftanalyse-zentrum.de/schad ... ffe-garage
"Die Emissionen können über die Garage hin auch naheliegende Geschäfte oder Pforten dauerhaft mit erhöhten Schadstoffen in der Luft beeinträchtigen."
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