Angst vorm Dicksein?

Juliala
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Re: Angst vorm Dicksein?

Beitrag von Juliala » Donnerstag 27. November 2014, 16:24

Hallo,

nein, Angst vor dem Dicksein habe ich nicht. Ich ernähre mich mit gesunder Mischkost, nasche gerne und esse bei ausgesprochen leckerem Essen auch gerne mal über den Hunger.
Ich kenne aber meine Grenzen. Wenn ich z.B. am Vortag "gefressen" habe, dann habe ich am nächsten Tag keinen richtigen Appetit und esse dadurch weniger oder normal.

Es gibt immer mehr Ernährungswissenschaftler, die die Meinung vertreten, dass man essen soll, worauf man Lust hat. Ernährung sollte individuell gestaltet werden. Nicht jeder Mensch verträgt z.B. Vollkorn. Viele reagieren mit Blähungen, die den Körper belasten, daher ist es nicht mehr aktuell, Vollkorn für jeden zu empfehlen.
So ist es eigentlich mit jedem Lebensmittel.

Der Körper reguliert sein Gewicht von alleine, solange man nicht dauerhaft seine natürlichen Grenzen übertritt.
Also, ich kann zu Weihnachten mal zwei/drei Tage Fettlebe machen und wenn ich danach normal weiteresse, reguliert der Körper automatisch dieses Ungleichgewicht.
Wenn ich aber auf Dauer diese Grenzen überschreite, verliere ich mein natürliches Hunger-und Appetitgefühl und werde dick.

Essen ist für mich ein Genuss und Lebensqualität. Ich lasse mir nicht diktieren, dass nur Vollkorn gesund und Zucker tabu sein soll.
Ich sehe zu, dass wir hier alle jeden Tag Obst, Gemüse, Milchprodukte, verschiedene Brotsorten und wenig Fleisch essen.
Unsere ganze Familie nascht gerne. Für leckeren Kuchen laufen wir bis ans Ende der Welt.
Tabu sind bei uns Softdrinks z.B. Fanta, Cola und andere zuckrige Limonaden. Die gibt es nur zu besonderen Anlässen. Energygetränke stehen hier ebenfalls auf dem Index.
Wir verkneifen uns wirklich fast nichts und haben alle ein Normalgewicht.....nicht zu dick, aber auch nicht zu dünn.
Mein Mann hat jedenfalls etwas zum Greifen und zieht sich keinen Splitter zu. :)

An Bewegung mangelt es nicht, obwohl ich jetzt im Herbst oder Winter schon mal gerne auf der Couch versacke, anstatt mit dem Fahrrad zu fahren oder lange Wanderungen zu machen, aber auch das gehört für mich zum winterlichen Genuss und zur Gemütlichkeit.....Lebensqualität eben.
Ich bin bei diesen Themen nicht verbissen. Auf der Arbeit bewege ich mich ja auch oft und gerne mit den Kindern.
Ich habe eher Angst vor Existenzverlust oder Krankheit.

Mich nerven dieser Figurwahn und dieser Perfektionismus. Der einzige Grund nicht dick zu sein, ist die Gesundheit, aber ansonsten sollte man sich nicht vorschreiben lassen, wie viele Speckröllchen modern oder unmodern sind.

Ich finde es super, dass dies immer mehr Modemacher und Fotografen begreifen.
Endlich werden mehr weibliche Rundungen akzeptiert und als erotisch empfunden.
Dieser Schlankheitswahn ist gegen die Natur und wir sollten uns von niemanden überstülpen lassen, wie wir auszusehen haben.

Julia
Erziehung: einen Kopf drehen, bis er verdreht ist - natürlich auf den neuesten Stand.“
―Karlheinz Deschner

Lenina
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Re: Angst vorm Dicksein?

Beitrag von Lenina » Donnerstag 27. November 2014, 18:07

Grad, so muss ich gestehen, hab ich ein wenig Angst.

Bin jetzt Ende des 7ten Monats schwanger und leider schon mit einem hohen Ausgangsgewicht gestartet. Jetzt hab ich zwischen 6 und 8kg mehr (schwankt durch Wassereinlagerungen täglich sehr) und hab echt Angst, wos hingeht. Dabei ist es noch im Rahmen. Aber ich näher mich einem Punkt, an dem der Körper deutlich zeigt: Es ist zu viel! Was machst du da?
Aber ich kann grad echt nichts tun.
Ich könnte mich mehr bewegen, was aber teilweise aus anderen Gründen schmerzhaft ist.

ansonsten muss ich da jetzt erstmal durch. Trotzdem macht so ein Gefühl, nicht wirklich beeinflussen zu können was passiert, eine gewisse Angst.
Und das ist ja nicht nur bei Schwangerschaften so. Auch zum Beispiel bei Schilddrüsenerkrankungen oder beim schon erwähnten Lipödem. Man tut und macht und bewegt sich und alles. Und trotzdem kann man zusehen, wie die Beine dicker werden.
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

Juliala
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Re: Angst vorm Dicksein?

Beitrag von Juliala » Donnerstag 27. November 2014, 18:31

Hallo Lenina,

ja, in der Schwangerschaft hat man leider nicht so die Kontrolle über den Körper.
Der macht dann, was er will, aber das Wasser wirst du ja schnell wieder los nach der Schwangerschaft.
Ich hatte auch viiiiiel Wasser damals und sah richtig aufgedunsen aus.
15kg habe ich zugenommen, die ich innerhalb von drei Wochen nach der Entbindung wieder vollständig runter hatte.
Ich wusste damals einfach nicht so richtig, was bei den Kilos anteilig nun Fett und was Wasser war. Das hat mich auch etwas verunsichert.

Ist schon blöd, wenn man sich in seiner Haut nicht mehr so wohl fühlt, aber mehr als dass du dich gesund ernährst und auf ein wenig Bewegung achtest, kannst du jetzt nicht tun.

Julia
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Re: Angst vorm Dicksein?

Beitrag von amaria » Dienstag 2. Dezember 2014, 22:24

Tanzen ist auch nicht schlecht: http://www.youtube.com/watch?v=YrOTkOpUeVY
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
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Lennon
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Re: Angst vorm Dicksein?

Beitrag von Lennon » Montag 2. Februar 2015, 19:53

Ich bin dick und habe alleine deshalb schon keine Angst mehr vorm Dicksein oder davor dick zu werden.
Es gab sogar mal ne Zeit, in der ich noch 20 kg zusätzlich wog. Mittlerweile bin ich seit Jahren stabil bei 100kg und selbstbewusster als Jemals zuvor. In meiner schlanken Zeit (bis 17) hatte ich immer furchtbare Angst davor zu dick zu sein und hab mich wegen jeder Delle, Falte, Körperhaar, Pickel usw. in Grund und Boden geschämt.
Heute geh ich fett und behaart (sozusagen 'Natur Pur') ins Schwimmbad und lass die Schwungmasse zu Hause sogar mal unbekleidet vor sich hin schwabbeln.
Zudem lieben es die Kinder. Denn ich bin die Weichste von allen Betreuerinnen. :daumen:

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Re: Angst vorm Dicksein?

Beitrag von stiffer » Sonntag 15. Februar 2015, 18:37

Wegen "dick" sein soll ich meine Wirbelsäule operieren. Nach meiner erfolglosen Schmerztherapie dieses Jahr, hat der Chirurg meines Vertrauens mir angeboten den noch nicht operierten Bandscheibenprolaps zu entfernen und gegebenenfalls eine Versteifung vorzunehmen, da bei mir mittlerweile einiges instabil ist.
Laut ihm wäre die Versteifungs OP mit meinem Übergewicht kein Problem, aber der Heilungsprozess könnte sich als schwierig erweisen.
Gibt es hier jemand, der ebenfalls übergewichtig ist und sich schon einer Versteifung der LWS unterzogen hat ?
Hab hier http://www.joimax.com/de/patienten/vers ... ration.php gelesen: "die Bandscheibe zwischen den betroffenen Wirbeln zunächst komplett entfernt." ist das so? Krass...
Was heisst das genau?
Zuletzt geändert von stiffer am Donnerstag 19. Februar 2015, 21:42, insgesamt 1-mal geändert.

Juliala
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Re: Angst vorm Dicksein?

Beitrag von Juliala » Sonntag 15. Februar 2015, 21:04

Hallo stiffer,

ich kann dir leider keinen Rat geben, weil ich auf dem Gebiet leider völlig unerfahren bin, aber beim Lesen finde ich den Gedanken an eine Versteifung der Wirbelsäule als nicht besonders angenehm, daher frage ich dich: Gäbe es Alternativen? Hast du eine ärztliche Zweitmeinung eingeholt?
Würde denn eine Gewichtsabnahme möglicherweise helfen? Eine Wirbelsäulenversteifung bringt doch auch sicher Risiken mit sich, oder?
Würdest du um eine Versteifung herumkommen, wenn du kein Übergewicht hättest, oder muss eine Lösung her, auch ohne Übergewicht?

Julia
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Re: Angst vorm Dicksein?

Beitrag von amaria » Donnerstag 23. Juli 2015, 21:42

Hallo!

In der Ärztezeitung wurde eine Studie erwähnt, nach der das Gewicht der Kinder auch vom Gewicht ihrer Erzieherinnen beeinflusst werden soll.
http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... sid=890792
Wenn ich mich recht entsinne gab es vor Jahren die Stellungnahme einer Wissenschaftlerin, die angab, dass das Gewicht der Erzieherinnen insgesamt nicht vom Bevölkerungsdurchschnitt abweichen würde.

Freundliche Grüße

amaria
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Re: Angst vorm Dicksein?

Beitrag von amaria » Freitag 14. August 2015, 21:18

"Kita und Schule machen dick", lautet die Überschrift und dass es in übervollen Kitas zu Bewegungsmangel für Kinder und Erzieherinnen kommt, ist naheliegend.
http://www.sz-online.de/nachrichten/kit ... e#Comments
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Re: Angst vorm Dicksein?

Beitrag von Soul » Sonntag 7. August 2016, 19:25

Es ist nicht direkt Angst die ich im Bezug auf mein Gewicht empfinde, eher Frustration.

Wenn ich meine Klassenkameradinnen ansah, die genauso alt sind wie ich und genauso viel essen bzw. wenn nicht mehr und auch keinen bewussten Sport nachgehen anschaue, sind sie alle schlanker als ich. Oder den Partner wie er ständig nascht.

Ich mache keine Diäten, aber esse gerne Gemüse, etc. Ich kann es anscheinend nur meiner Schilddrüßenerkrankung zuschreiben und das ist so frustrierend. Ich will nicht mehr machen müssen um das selbe Gewicht zu haben wie gesunde Leute. Und doch fühlt man sich wieder mies, wenn man die Models auf den Plakaten sieht, obwohl man doch genau weiß, dass die Bilder bearbeitet sind.

Für mich geht es viel um die Einstellung. Ich mache jetzt 2 mal die Woche ein paar Übungen zum Muskelaufbau. Aber mit dem Gedanken daran, dass ich meine Muskulatur stärken will und nicht nur zum Kalorienverbrennen. Vielleicht klappt es ja besser, wenn man sich nicht so rein steigert und es lockerer nimmt.

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Re: Angst vorm Dicksein?

Beitrag von amaria » Montag 14. August 2017, 08:23

Eine Erzieherin, die die Schokolade ihrer Kollegin aufgegessen haben soll, behält ihre Arbeitsstelle:
http://strandgazetteweb.com/2017/07/27/ ... t-job.html

Die Angst vor dem Dicksein war anscheinend nicht übermächtig.
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Re: Angst vorm Dicksein?

Beitrag von speerulrike » Dienstag 29. August 2017, 11:33

Ich finde jeder solte füpr sich selber entscheiden was er isst.
"Man ist was man isst"
Wenn man nur Juckfood ist, dann sollte man sich auch nicht über die Breite des Körpers beschweren.

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Re: Angst vorm Dicksein?

Beitrag von amaria » Freitag 22. September 2017, 10:41

Hallo!

Eine englische Mutter hat Bedenken, ihr Kind von erheblich übergewichtigen Erzieherinnen betreuen zu lassen.
https://www.bildderfrau.de/familie-lebe ... ta-an.html

Außer Bild berichtet online auch "Brigitte" - und man staune!
"Hier müssen wir erst mal tief durchatmen, denn das ist mit das übelste Body-Shaming-Beispiel, das wir je erlebt haben. Letztendlich geht es unter anderem in der Kindererziehung darum, dem Nachwuchs zu verdeutlichen, andere nicht auf ihr Äußeres zu reduzieren – doch diese Lektion ist an Hilary offenbar vorbei gegangen."
http://www.brigitte.de/familie/mitfuehl ... 61780.html

Das kann man auch anders sehen: Kinder sind erst mal von Anfang an herrlich unvoreingenommen. Sie können eine dicke Erzieherin ganz besonders mögen,weil sie so kuschelig ist. Diesbezüglich muss man Kindern nichts "beibringen" sondern kann darauf achten, dass das so bleibt. - Trotz der Ideale der Modewelt!

Die Sorgen der Mutter jedenfalls haben ihre Berechtigung: "Hätte sie die nötigen Reflexe, um ein abenteuerlustiges Kleinkind aus einer gefährlichen Situation zu retten?"

Freundliche Grüße

amaria
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Julespaul
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Re: Angst vorm Dicksein?

Beitrag von Julespaul » Montag 20. November 2017, 16:07

Soul hat geschrieben:
Sonntag 7. August 2016, 19:25
Es ist nicht direkt Angst die ich im Bezug auf mein Gewicht empfinde, eher Frustration.

Wenn ich meine Klassenkameradinnen ansah, die genauso alt sind wie ich und genauso viel essen bzw. wenn nicht mehr und auch keinen bewussten Sport nachgehen anschaue, sind sie alle schlanker als ich. Oder den Partner wie er ständig nascht.

Ich mache keine Diäten, aber esse gerne Gemüse, etc. Ich kann es anscheinend nur meiner Schilddrüßenerkrankung zuschreiben und das ist so frustrierend. Ich will nicht mehr machen müssen um das selbe Gewicht zu haben wie gesunde Leute. Und doch fühlt man sich wieder mies, wenn man die Models auf den Plakaten sieht, obwohl man doch genau weiß, dass die Bilder bearbeitet sind.

Für mich geht es viel um die Einstellung. Ich mache jetzt 2 mal die Woche ein paar Übungen zum Muskelaufbau. Aber mit dem Gedanken daran, dass ich meine Muskulatur stärken will und nicht nur zum Kalorienverbrennen. Vielleicht klappt es ja besser, wenn man sich nicht so rein steigert und es lockerer nimmt.

Man darf wirklich nicht zu viel darüber nachdenken!
Ich bin auch von Natur aus etwas kräfitger gebaut als andere.
Das hindert mich aber nicht daran, mich in meinem Körper wohlzufühlen.
Klar... das hat gedauert, bis ich das gelernt habe.
Eine große Hilfe war es für mich, mich meines Körperbaus entsprechend zu kleiden, sprich nicht zu kleine Klamotten zu tragen und auf Klamotten zurückzugreifen, die meiner Figur schmeicheln. Auf dieser Seite fängts ab Größe 40 an, was natürlich perfekt für mich ist!

Auch wir können gut aussehen :zunge:

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