Wann bleibt ihr krank zuhause?

Lenina
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Wann bleibt ihr krank zuhause?

Beitrag von Lenina »

Hallo zusammen

Ein Thema, das uns alle betrifft: Krankheiten.

Wann ist bei euch der Punkt erreicht, an dem ihr Zuhause bleibt, egal was grad ansteht?
Macht ihr das Krankschreiben lassen abhängig von der Situation auf der Arbeit (Aufgaben, Personalschlüssel etc.)?
Wann geht ihr arbeiten, obwohl ihr euch nicht gut fühlt?
Was hält euch davon ab, Zuhause zu bleiben?
Bleibt ihr lieber mal früher einen Tag zuhause als später ne ganze Woche krank zu sein, weil ihr zu spät die Reißleine gezogen habt?
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

amaria
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Re: Wann bleibt ihr krank zuhause?

Beitrag von amaria »

Hallo!

Wenn ich krank bin, bleibe ich im Normalfall zu Hause. Ausnahmen habe ich zwar auch schon mal gemacht - und es jedes Mal bereut, nicht auf meine innere Stimme gehört zu haben. Einmal bin ich als Honorarkraft wegen eines Kurses, bei dem die Kinder begeistert mitgemacht haben, nur zur Beendigung einer angefangenen Werkarbeit zur Arbeit gefahren, weil ich mich nur elend fühlte, aber nichts konkret zu beanstanden hatte. - Hinterher stellte sich eine Mittelohrenzündung ein, die dann, weil ich nicht genug über Schmerzen geklagt habe, nicht als solche erkannt worden war. Letzten Endes musste ich Cortison nehmen und hinterher hat mir der Arzt gesagt, dass ich Glück gehabt habe, dass mein Gehör nicht dauerhaft geschädigt wurde.

Manchmal fehle ich auch, wenn ich so erschöpft bin, dass ich andernfalls später länger fehlen müsste. Das sollten meiner Meinung nach mehr Erzieherinnen ohne schlechtes Gewissen machen. - Man lebt dadurch insgesamt gesünder.

Alles Gute

amaria

Nachtrag: Weil neue Threads eröffnet wurden, setze ich hier noch Links zum Thema: viewtopic.php?f=9&t=12508&p=57171#p57171
Dass die Frage "Mit Durchfall arbeiten gehen?" in einem Fachforum gestellt wurde, sehe ich allerdings nicht als gutes Zeichen an... viewtopic.php?f=127&t=12477&p=57107&hil ... all#p57107 Wie hätte sich die Threaderstellerin entschieden, wenn ihr andere Antworten gegeben worden wären?
Zuletzt geändert von amaria am Mittwoch 23. November 2016, 11:18, insgesamt 1-mal geändert.
„Ausdauer wird früher oder später belohnt - meistens aber später.“
Wilhelm Busch

"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."
Arthur Schopenhauer

Juliala
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Re: Wann bleibt ihr krank zuhause?

Beitrag von Juliala »

Hallo,

wenn ich krank bin, bin ich krank.....PUNKT. Ich gehe dann nicht zur Arbeit.
Bei Erschöpfung bin ich auch schon zu Hause geblieben.

Ich kann kranke Kollegen auf der Arbeit überhaupt nicht ertragen.
Diese demonstrative Jammerei über Kopf- Bauch- und Gliederschmerzen gehen mir gehörig auf die Nerven.
Nur damit Kollegen sehen, dass ich auch wirklich krank bin, um dann darauf zu warten, dass ich endlich nach Hause geschickt werde.....nee, deshalb komme ich nicht extra zur Arbeit und die Kollegen sollten dies auch nicht tun, denn das empfinde ich als Rücksichtslosigkeit.
Ich habe nämlich keine Lust, mich anzustecken.

Wir Erzieher verweigern in der Regel rigoros die Annahme von kranken Kindern und schicken diese schon bei Bagatellerkrankungen nach Hause.
Dann sollten kranke Erzieher mit gutem Beispiel voran gehen und zeigen, wie es geht:
Bei Krankheit zu Hause bleiben und sich schonen!

Julia
Erziehung: einen Kopf drehen, bis er verdreht ist - natürlich auf den neuesten Stand.“
―Karlheinz Deschner

Jelka
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Re: Wann bleibt ihr krank zuhause?

Beitrag von Jelka »

Juliala hat geschrieben:Dann sollten kranke Erzieher mit gutem Beispiel voran gehen und zeigen, wie es geht:
Bei Krankheit zu Hause bleiben und sich schonen!
Genau, dann haben wir im Ernstfall wenigstens einen Grund, über die ständig kranke Kollegin zu ratschen! :wink:

Wer definiert denn, was krank bedeutet? Ist eine Kollegin, die auf Grund einer chronischen Erkrankung ständig Gliederschmerzen hat so krank, dass sie nicht mehr arbeiten sollte? Oder sollte eine Kollegin den halben Frühling ausfallen, weil sie heftig von Heuschnupfen geplagt ist?

Die Frage, ab wann ich zu Hause bleibe, kann ich gar nicht pauschal beantworten. Ich bin schon wegen Erschöpfung zu Hause geblieben, bin aber auch schon "krank" zur Arbeit. Aber ich kann nichtmal beantworten, wovon ich meine Entscheidung abhängig mache. Sicher spielt dabei u.a. die Personalsituation, Absprachen mit den Kindern oder im Team und natürlich mein eigenes Befinden eine Rolle.
Liebe Grüße Jelka

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CrazyLove
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Re: Wann bleibt ihr krank zuhause?

Beitrag von CrazyLove »

Hallo,

Ich kann es auch nicht pauschal sagen. Bei ein wenig Schnupfen gehe ich trotzdem arbeiten. Wenn dann aber Kopf und starke Gliederschmerzen dazu kommen, bleibe ich Zuhause und geh zum Arzt. Wenn ich arbeiten gehe wenn es mir nicht so gut geht, Klage ich auch nicht, weil Mitleid Brauch ich nicht.
Kollegen Sage ich auch dass sie bitte Zuhause bleiben, wenn es zu schlimm wird, weil niemanden damit geholfen ist. Andere können sich anstecken und die Betroffene Person ist dann meist dann schlimmer und länger krank.


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Viele Grüße Crazylove

Kees_Kopf
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Re: Wann bleibt ihr krank zuhause?

Beitrag von Kees_Kopf »

Wenn man mal eine Erkältung hat und sonst nichts, davon ausgehend dass man nicht alle KollegInnen infziert, kann man ruhig zur Arbeit gehen. Ausnahmen sind die, die mit der Zubereitung von Essen beauftragt sind.

Sobald man aber etwas hat, was die Aufmerksamkeit beeinträchtigt (stärkere Kopfschmerzen, ständiges Niesen, Nasenlaufen als olypische Disziplin) sollte man aus zwei Gründe zuhause bleiben. Erstens wegen der Infektionsgefahr für den anderen KollegInnen und dann, weil di Aufmerksamkeit eingeschrünkt ist und man einfach nicht alles mitbekommt. Das kann eine Gefahr in sich haben.

Fieber ist ein definitiver Grund nicht zur Arbeit zu gehen.

Im übrigen, kein Arzt kann jemand Krankschreiben. Er kann (und wird ggf.) die Arbeitsunfähigkeit bescheinigen.

Kees
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Juliala
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Re: Wann bleibt ihr krank zuhause?

Beitrag von Juliala »

Hallo Jelka,

ja klar kann man über eine ständig kranke Kollegin ablästern, aber man kann sie auch verständnisvoll und ehrlich fragen, wo der Schuh eigentlich drückt, denn wer oft fehlt, hat offenbar ein größeres Problem.....Überforderung, Ablehnung im Team, Stress, familiäre Probleme usw.

Wir arbeiten schließlich in einem sozialen Beruf, daher sollten wir nicht nur zu Eltern und Kindern sozial sein, sondern auch zu unseren nächsten Kollegen. :wink:

Julia
Erziehung: einen Kopf drehen, bis er verdreht ist - natürlich auf den neuesten Stand.“
―Karlheinz Deschner

Jelka
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Re: Wann bleibt ihr krank zuhause?

Beitrag von Jelka »

Juliala hat geschrieben:ja klar kann man über eine ständig kranke Kollegin ablästern, aber man kann sie auch verständnisvoll und ehrlich fragen, wo der Schuh eigentlich drückt, denn wer oft fehlt, hat offenbar ein größeres Problem.....Überforderung, Ablehnung im Team, Stress, familiäre Probleme usw.
Stimmt, Fragen kostet nichts. Aber was passiert, wenn es unlösbare Probleme sind, wie z.B. chronische Krankheiten oder familiäre Probleme? Mit der Frage ändert sich nichts an der Situation. Allerdings gehe ich davon aus, dass es in einem funktionierenden Team selbstverständlich ist, dass größere Probleme weitgehend bekannt sind.
Wir arbeiten schließlich in einem sozialen Beruf, daher sollten wir nicht nur zu Eltern und Kindern sozial sein, sondern auch zu unseren nächsten Kollegen. :wink:
Klar, das wäre ideal. Aber gerade die sozialen Berufe sind in erster Linie Frauenberufe und meine Beobachtungen bestätigen mir immer wieder, dass die meisten Frauen ihre Seelenhygiene über das Lästern und Tratschen betreiben, egal, ob beruflich oder privat.
Abgesehen davon, den Anspruch finde ich etwas hoch. Nur weil man in einem sozialen Beruf arbeitet, bedeutet es nicht, dass man auf eigene Kosten sozial eingestellt sein muss. Und darauf läuft es doch hinaus, wenn jemand wegen jeder Blähung zu Hause bleibt, aus Sorge, es könnte sich ein Magen-Darm-Infekt dahinter verbergen.
Liebe Grüße Jelka

Juliala
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Re: Wann bleibt ihr krank zuhause?

Beitrag von Juliala »

Hallo Jelka,

bei chronischen Erkrankungen gibt es meist einen Schwerbehindertenausweis, der im Arbeitsleben einen gewissen Schutz verleiht.
Es ist nun einmal so, dass man Kollegen mit chronischen Erkrankungen manchmal "auffangen" muss. Ich denke, da müssen wir auch einfach weiterdenken: JEDEN kann es treffen und dann sind auch du und ich auf Verständnis und Unterstützung angewiesen.
Also, echt kein Grund zum Lästern, aber auch das habe ich schon ätzenderweise erlebt.
Eine Kollegin mit einer schweren Erkrankung wurde gemoppt. Nun ja....ich finde solche Verhaltensweisen schäbig und dreckig.

Und zu den Blähungen: Auch Blähungen können schlimm, belastend und krankhaft sein. :wink: Hast du schon einmal mit einer Kollegin zusammengearbeit, die krankhafte Blähungen hat?
Ich ja :wink: Ich glaube, das wünscht sich so schnell keiner..... :wink:

Ich habe aber noch nie erlebt, dass jemand wegen harmloser Pupserei zu Hause bleibt. Meist sind es Kopfschmerzen, Migräne, Infektionskrankheiten, Brüche.
Fehlte jemand wegen Kopfschmerzen, wurden in den Teams meist die Augen verdreht, was ich blöde fand. Ich maße mir nämlich nicht an, über die Schmerzintensität von Kopfschmerzen zu urteilen.

Bei harmlosen Schnupfen gehe ich zur Arbeit. Bei Fließschnupfen und tränenden Augen mit dickem Schädel aber bleibe ich zu Hause.
Wenn ich morgens schon merke, dass etwas im Anmarsch sein könnte, bin ich manchmal zwiespältig.
Da bin ich noch zu gesund, um zu Hause zu bleiben und anderereseits eigentlich zu krank zum Arbeiten. Das ist so ein Zwischending. Manchmal endet dieses im "Anmarsch sein" auch nicht in einer ausgeprägten Erkrankung.....manchmal aber schon.

Und ich bin auch ganz ehrlich: Ich bin auch schon zu Hause geblieben, wenn ich für mich Situationen als zu unerträglich und als nicht tragbar empfand.
Das waren z.B. Personalmangel, den ich nicht mehr vertreten konnte, oder Ausflüge, die stattfinden sollten, obwohl meiner Meinung nach nicht genügend Personal anwesend war. In solchen Situationen halte ich meinen Kopf nicht mehr hin.
Wenn meine Zweifel nicht erhört werden, dann muss es eben auf diese Weise laufen.....leider!
In den von mir geschilderten Beispielen fiel dann der Ausflug durch meine zusätzliche Abwesenheit dann eben aus, oder es wurden Notgruppen eingerichet. Das ist schade, aber wohl nicht zu ändern.

Julia
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amaria
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Re: Wann bleibt ihr krank zuhause?

Beitrag von amaria »

Ergänzend will ich noch hinzufügen, dass längst nicht alle Arbeitnehmer, die einen Schwerbehindertenausweis erhalten könnten, diesen beantragen. Gerade im Bereich Kindergarten hätte man mit einem Schwerbehindertenausweis erhebliche Probleme bei der Stellensuche. Längst nicht überall würde eine eingeschränkt einsatzfähige und weniger belastbare Erzieherin sinnvoll ins Team integriert werden können. Solange es geht, werden darum manche der chronisch kranken Erzieherinnen auf ihrer Stelle zu den alten Konditionen ausharren wollen. - Sich selbst als schwerbehindert anzusehen, fällt vermutlich gerade jungen Menschen sehr schwer. Aber auch allen, die sich keinen anderen Beruf für sich vorstellen können.

Aufgrund meiner Arbeitseinsätze als Vertretungskraft habe ich den Eindruck gewonnen, dass es durchaus Erzieherinnen gibt, die sich aus Bequemlichkeit und privaten Gründen mal krankmelden - aber dass viel mehr Erzieherinnen sich krank zur Arbeit schleppen und das oftmals vermutlich aus der Angst heraus, andernfalls gemobbt zu werden.
Es gibt Teams, da werden Krankmeldungen in anzüglichem Ton weitergeleitet. Es heißt nicht "XY ist krank" sondern - formal sachlich und ätzend zugleich - "XY hat sich krank gemeldet".
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Jelka
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Re: Wann bleibt ihr krank zuhause?

Beitrag von Jelka »

Hallo Juliala,
denke bitte nicht, dass wir bezüglich unserer Meinung sehr weit voneinander entfernt sind. So, wie ich es sehe, handeln wir sehr ähnlich, abgesehen davon, dass ich mich nicht wegen eines Ausfluges krank melden würde. Lieber lehne ich es vorher schon ab, ihn zu begleiten.
Juliala hat geschrieben:bei chronischen Erkrankungen gibt es meist einen Schwerbehindertenausweis, der im Arbeitsleben einen gewissen Schutz verleiht.
Es ist nun einmal so, dass man Kollegen mit chronischen Erkrankungen manchmal "auffangen" muss.
Das sehe ich wie Krümel-Monster. Einen Ausweis zu bekommen, ist nicht so einfach und dauert vom Antrag bis zum Bescheid sehr lange. Nur weil man z.B. regelmässig unter heftiger Migräne leidet, die 1-3 Tage anhalten kann, bekommt man keinen Ausweis.
Dazu kommt, dass nicht jeder diesen Weg gehen möchte, aus Sorge, bei einer späteren Bewerbung nicht berücksichtigt zu werden. Ich kenne Leute, die ihren Arbeitgeber auch nicht über ihre bescheinigte Schwerbeschädigung informiert haben.
Juliala hat geschrieben:Und zu den Blähungen: Auch Blähungen können schlimm, belastend und krankhaft sein. :wink: Hast du schon einmal mit einer Kollegin zusammengearbeit, die krankhafte Blähungen hat?
Ich ja :wink: Ich glaube, das wünscht sich so schnell keiner..... :wink:
In der Einrichtung würde das nicht unbedingt auffallen, weil wir etliche Wickelkinder haben. :wink: Aber ich habe ähnliches mit meiner Freundin erlebt, die ich vorher bekochte und dabei vergaß, dass sie keine Milchprodukte verträgt. Anschließend waren wir gemeinsam im Auto unterwegs. Sie meinte, das wäre nun meine Strafe für Vergesslichkeit. :91b:
Juliala hat geschrieben:Ich habe aber noch nie erlebt, dass jemand wegen harmloser Pupserei zu Hause bleibt. Meist sind es Kopfschmerzen, Migräne, Infektionskrankheiten, Brüche.
Fehlte jemand wegen Kopfschmerzen, wurden in den Teams meist die Augen verdreht, was ich blöde fand. Ich maße mir nämlich nicht an, über die Schmerzintensität von Kopfschmerzen zu urteilen.
Ob jemand wegen Pupserei zu Hause blieb, kann ich nicht beurteilen. Es war auch nur ein Bespiel. Ich gehe davon aus, dass sich keiner grundlos krank meldet. Das bedeutet allerdings nicht, dass ich auch mal ärgerlich reagiere (ganz für mich alleine), weil ich mir den Tag anders vorgestellt hätte. Aber das hat dann in der Regel nichts mit der Kollegin zu tun, sondern eher mit der Situation. Allerdings hörte ich solche Lästereien schon öfter, ohne dass die entsprechenden Kolleginnen mal direkt angesprochen wurden.
Liebe Grüße Jelka

Lenina
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Re: Wann bleibt ihr krank zuhause?

Beitrag von Lenina »

Danke euch allen schon mal für die Antworten - sehr interessant :-)
Krümel-Monster hat geschrieben:Bei uns im Team ist es leider so, dass nicht nur die Augen gedreht werden, wenn es das nur wäre! Es werden blödsinnige Kommentare abgegeben, Meinungen oder vermeintliche Erfahrungen rausposaunt, die zum Teil wirklich sehr verletzend sind. So wurde ich z.B. gefragt, wann ich denn meinen würde, wieder auszufallen. Keiner sucht sich eine Krankheit aus, jeder sollte sich freuen, wenn er gesund und arbeitsfähig ist. Das ist nämlich kein Verdienst, den man sich erarbeiten kann!
Das kenne ich leider auch.
Ich war dieses Jahr viel krank, dauerkrank über mehr als 8 Wochen, und nun krieg ich im Team kaum noch ein bein auf den Boden. Läuft die Nase, wird direkt gesagt: na, biste wieder krank und bleibst zuhause? Oder ähnliches.
Da die Sache von vor einiger Zeit immer noch nicht ausgestanden ist und unter anderem immer wieder Fieber auftritt, gehe ich inzwischen auch dann arbeiten, wenn es einigermaßen geht. Sonst wäre ich nur noch zuhause.

Meine Chefin sieht das Ganze recht locker, aber leider das Team nicht (mehr). Was ich einerseits verstehen kann, aber andererseits nichts dafür kann. Ich bleibe wirklich nur zuhause, wenn es nicht anders geht!

Und kommen dann noch DInge wie Eingewöhnung (der absolut blödeste Zeitpunkt, um krank zu werden) oder Personalmangel hinzu, schleppe ich mich auch mal eher in die Kita als wenn alles locker läuft und ich weiß, dass mein Fehlen zwar blöd ist, aber nicht sooooo schlimm.

Und chronische Krankheiten: Ja, da wünscht man sich Unterstützung, aber die kann vom Team nur kommen, wenn es dadurch nicht stark belastet wird. Sprich: Springer oder andere Art, die verbleibenden zu entlasten. Geschieht ja leider auch nicht so oft. Dann fühlt man sich einfach nur noch als Belastung statt als Kollegin, weil alles aufgefangen werden muss. Und das knabbert an der Psyche.

Wie läuft es bei euch, wenn ihr während einer EIngewöhnung krank werdet?
Verschiebt ihr sie oder übernimmt jemand anderes?
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

Juliala
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Re: Wann bleibt ihr krank zuhause?

Beitrag von Juliala »

Hallo Jelka,

ich schrieb doch, dass ich im Falle des Ausflugs meine Zweifel äußerte und sie nicht erhört werden wollten. Das war mein Ausweg aus einer für mich nicht vertretbaren Situation. Ich werde keinen Ausflug mehr mit 25 Kindern inklusiv mehrerer höchst verhaltensauffälliger Wusel im Alter von 2-6 zu zweit in einer Großstadt mit Bus und U-Bahnfahren unternehmen.
ICH kann und will das nicht mehr verantworten.
Ich bin dort nicht mehr in der Einrichtung. In meiner jetzigen Einrichtung machen wir mit 15 Kindern zu dritt einen Ausflug. Das ist für mich vertretbar.

Und zum Schwerbehindertenausweis: Ich weiß, wie schwer es ist, einen Ausweis zu erhalten. Wir haben 18 Monate mit Rechtsanwältin für unser Kind um den SBA gekämpft......äußerst traurig für ein Land wie Deutschland, aber ich frage mich, WARUM muss man jeden Scheiß im Kollegium nachweisen, um Entlastung zu erfahren?
Wenn jemand chronisch krank ist, dann hat man das auch ohne SBA zu akzeptieren, ohne mit den Augen zu rollen oder abzulästern.
Jemand, der sich so asozial verhält, hat wohl im sozialen Bereich nichts zu suchen und nichts kapiert. Solche Kollegen habe ich echt gefressen.
Da fragt man sich, wer wohl eingeschränkter ist?!

Wenn die Bedingungen nicht stimmen, dann hat man das gefälligst NICHT an kranken Kollegen auszulassen, sondern muss seinen Dampf an zuständiger Ort und Stelle ablassen.

Julia
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―Karlheinz Deschner

amaria
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Re: Wann bleibt ihr krank zuhause?

Beitrag von amaria »

Juliala hat geschrieben: Wenn die Bedingungen nicht stimmen, dann hat man das gefälligst NICHT an kranken Kollegen auszulassen, sondern muss seinen Dampf an zuständiger Ort und Stelle ablassen.
:daumen:

Und genau daran hapert es sooo oft!

Als ich in einem emanzipatorischen Mädchentreff gearbeitet habe, brauchte ich kein Attest beizubringen, wenn ich mal wegen eines Magen-Darm-Infektes fehlen musste. Bei privaten Sorgen bekamen die dort arbeitenden Frauen schnell von den Kolleginnen gesagt, dass sie durchaus auch eine Woche frei nehmen könnten. - Mit dem Ergebnis, dass man sich dort wohl gefühlt hat und die Fehlzeiten selbstverständlich geringer waren als in einem Team, wo die "herzensguten" Kolleginnen mehr Verständnis für eine Erzieherin haben, deren Katze eingeschläfert werden muss als für diejenigen, die durch und durch erschöpft sind, weil sie dauerhaft Schmerzen auszuhalten oder Angehörige zu pflegen haben.

amaria
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Re: Wann bleibt ihr krank zuhause?

Beitrag von Lenina »

Juliala und amaria

Euren Beiträgen ist nichts hinzuzufügen. Danke
Sorry für knappe Antworten, tablet und Baby machen das Schreiben nichg leicht :kappe:

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