Eingewöhnung

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Meike Langstrumpf
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Eingewöhnung

Beitrag von Meike Langstrumpf »

Schwarmwissen gefragt 😊
Mir wurde heute erzählt das die Eingewöhnung in einem Kindergarten im U3 Bereich sozusagen in einem seperaten Raum stattfindet(Schlafraum) und die Kinder von der eigentlichen Gruppe durch ein Gitter bzw Abtrennung getrennt werden.Kann mir jemand den pädagogischen Hintergrund erläutern? Mir erschließt sich das nicht ganz .Sollte es nicht so sein das die Kinder die Räumlichkeiten und den Gruppenraum so wie die dazugehörigen Kinder kennen lernen und erkunden können? Das Kind um das es geht ist 2 Jahre alt und kommt mit dem abgesperrten Gitter gar nicht gut zurecht.
Auch im Betracht auf das Kinderschutz Konzept Stelle ich diese Methode äußerst in Frage.
Für antworten wäre ich dankbar 😊
Jelka
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Re: Eingewöhnung

Beitrag von Jelka »

Hallo Meike,
die Eingewöhnungsmodelle sind Modelle, an denen man sich orientiert. Es sind keine Gesetze. Wie immer orientiert man sich auch hier an der Entwicklung und dem Bedürfnis des Kindes.
Manche Kinder sind überfordert, wenn so viele Kinder um sie herum sind. Sie müssen erstmal langsam mit der Bezugerzieherin vertraut werden.
Über das Vorgespräch sollte man eigentlich herausfinden, was für das Kind gut ist.
Abgesehen davon gibt es Einrichtungen, in denen die räumliche Trennung gar nicht möglich ist.
Nach welchem Modell gewöhnt ihr denn ein?
Liebe Grüße Jelka
Meike Langstrumpf
Beiträge: 2
Registriert: Freitag 5. August 2022, 18:22

Re: Eingewöhnung

Beitrag von Meike Langstrumpf »

Nach dem Berliner Model
Es ist auch nicht bei mir in der Kita
Es geht um meinen Enkel 🙈
Er muss sozusagen in einem kleinen Raum mit den Erzieherinnen und drei anderen neuen Kindern sitzen während hinter dem Gitter die größeren spielen.
Ich könnte das ganze verstehen wenn die Tür der Gruppe eventuell zu gemacht wird .Meine Tochter hat dieses bei der Erzieherin angesprochen,das er nicht weint ,weil er zur ihr möchte sondern weil er nicht hinter dem Gitter sein möchte.Ich hoffe das sich dort schnell etwas ändert.Es gibt nun einmal Kinder die viel Bewegung brauchen und dadurch vielleicht erstmal anstrengender sind,aber genau das gilt es doch zu erkennen und nicht zu begrenzen. Zudem wurde ihm am dritten Tag im Morgenkreis das Spielzeug weg genommen 🙈ist doch logisch das dies nicht sonderlich dazu beiträgt eine vertrauensvolle Bindung zu der Erzieherin aufzubauen.
Jelka
Schriftsteller
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Registriert: Freitag 3. Juli 2009, 22:54

Re: Eingewöhnung

Beitrag von Jelka »

Das kling für mich eher nach dem Münchner Modell.
Da werden mehrere Kinder gleichzeitig eingewöhnt.
Am 3. Tag gab es schon einen Morgenkreis? Wo war während dieser Zeit die vertraute Person? :nene:
Abgesehen davon, dass ich Morgenkreise bei solch jungen Kindern überflüssig finde, sind sie es in der Eingewöhnung erst recht. Und wenn dafür dann auch noch das Spielzeug weg genommen wird, ist es ganz schräg.
Durfte denn eine Bezugsperson die ersten Tage dabei bleiben?
Wie lange waren die Kinder da?
Beim Berliner Modell bleiben die Kinder die ersten 3 Tage jeweils eine Stunde mit einer vertrauten Person (Vater, Mutter, Oma ...). Die erste Trennung findet erst am 4. Tag statt. Und dann auch nur kurz.
Und je nachdem, wie es klappt, wird ab dann jeden Tag die Trennungszeit etwas gesteigert, bis die entgültige Betreuungszeit erreicht ist.
Liebe Grüße Jelka
Engelglück
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Re: Eingewöhnung

Beitrag von Engelglück »

Hallo,das Berliner Model kann/sollte mn vielleicht als Gerüst nehmen,aber eben auch so flexibel sein,so das man auf die Bedüfnisse des Kindes ein gehen kann. Ich habe es in der Krippe so gehalten,dass dasKind erst einmal den Raum/die Räume kennen lernt,ohne großartigen Regeln und immer im Beisein der Bezugsperson. Ich habe dann mit der Mutter oder ... vereinbart,das ich dem Kind ein Spielzeug reiche,ich ihm seine Trinkflasche gebe. Sollte es zur Mutter wollen,ist es okay. Ich nehme immer mehr Kontakt auf,spiele kurz mit dem Kind,ansonsten halte ich mich in seiner Nähe auf. Nach einer Woche,schaue ich,ob die Mutter für 5 Minuten gehen kann. Es erfolgt eine richtige Verabschiedung und sie ist nach 5 Minuten wieder da und geht dann auch mit dem Kind nach Hause. Dann erfolgen ca. 10 Minuten .... Nach 3 Wochen bleibt es bis zu 40 Minuten da,nach 4 Wochen 1 Stunde oder etwas länger.Sollte die Trennung schwer fallen,verlänger wir die Übungen. Wir haben auch einen extra Raum zum eingewöhnen. LG
Basti85
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Re: Eingewöhnung

Beitrag von Basti85 »

Wenn es nach dem Berliner Modell ist, dann ist das so mit der Trennung im Raum und der Einzelkontaktaufnahme in einem Raum.
Viele KiTas aber haben das Eingewöhnungsprinzip angelehnt an das Berliner Modell
Zwischen den Welten zu Hause
Jelka
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Re: Eingewöhnung

Beitrag von Jelka »

Hallo Basti,
es ist lange her, dass ich die Fortbildung dazu gemacht habe und wir das Konzept für unsere Einrichtung dazu entworfen haben.
Du hast Recht, meistens ist es nicht das Berliner Eingewöhnungsmodell, sondern nur daran angelehnt.
Aber soweit ich weiß, gibt es auch für die Eingwöhnung nach dem Berliner Modell Abstufungen für die Qualitätsstandarts.
Qualitätsstufe eins, soweit ich es in Erinnerung habe, gibt vor, dass die Eingewöhnung in einem gesonderten Raum mit dem Kind, der Bezugsperson und der Erzieherin stattfindet.
Wir als Team haben uns nicht nur wegen der fehlenden Räumlichkeiten dagegen ausgesprochen und den Standart 3 (?) gewählt, sondern weil wir es für das einzugewöhnende Kind nicht gut finden.
Die einzugewöhnende Erzieherin ist zwar nur für das entsprechende Kind zuständig, aber es sind viele andere Kinder und die Bezugsperson dabei.
Da kennst du dich vermutlich besser aus, weil du evt. dichter dran bist, aber hat sich in den letzten Jahren etwas daran geändert? Waren die verschiedenen Qualitätsstufen nur in der Anfangsphase, als das Modell noch neu war? Oder galt das nur zur Einstufung für unsere Konzeption?
Liebe Grüße Jelka
Basti85
Stammgast
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Re: Eingewöhnung

Beitrag von Basti85 »

ICh denke, dass in Krippen-Konstellationen eher das 1zu1 Modell angewendet wird, aber ich kenne es aus der Praxis auch so, dass es angelehnt ist, weil die Rahmenbedingungen und Personal nicht das Modell gewährleisten können. Aber das bedeutet ja nicht, dass es schlechter ist, es ist eben eine Begrifflichkeit.

Aber da hat sich in den letzten Jahren vllt nur etwas in neuen Krippen getan, es geht ja auch um das theoretische Wissen, das transportiert wird.
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